Donnerstag, 31. August 2017

30. August 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Köln bei Daniel

Blutbank


Vorspeise: Kürbissüßkartoffelsuppe mit Hackbällchen
Hauptspeise: Kalbsbeinscheibe à la Ossobucco mit Safran-Risotto
Nachspeise: Sanguinaccio Dolce


Spooky-Fan oder spooky Fan

So einfach lässt sich die Frage gar nicht beantworten, denn ist Daniel nur ein Fan von dem Spukigen um Hannibal Lecter oder ist er selber ebenfalls

spooky?

Natürlich kenne ich den Film "Das Schweigen der Lämmer" - doch bei der Serie "Hannibal" muss ich vor dem Googlen total passen. Die ist mir völlig unbekannt, bis ich zu dem Wissen gelange, dass die Serie auf SAT 1 lief. Dieser Sender findet bei mir nicht statt - und als Wissenslücke empfinde ich das nicht.

In Daniels Leben scheint "Hannibal" eine Hauptrolle eingenommen zu haben, und manch phantasiebegabten Autoren muss man schon unterstellen, dass sie in den Köpfen ihrer Fans einen ordentlichen Schaden anrichten können. Es verbiegen sich Seelen und als Gegenmittel sehe ich nicht mal den Film "Grüne Tomaten" an, in dem am Ende ebenfalls ein Geheimnis in der Soße liegt, obwohl er ansonsten und überhaupt ziemlich gut fürs ausgeglichene Gemüt ist.

Daniel sagt: "Kannibale bin ich nicht. Die Möglichkeit hat sich noch nicht ergeben." - Das lasse ich unkommentiert stehen, denn er kennt vielleicht nur die Feinheiten der deutschen Sprache nicht.


Für Fans von bösen Gedanken folgt eine kurze, allerkürzeste Story:

Robby lebt als bekennender und praktizierender Kannibale stets in der Gefahr, entdeckt zu werden. Doch andererseits ist seine Leidenschaft, nur im Geheimen ausgelebt, so völlig ohne den ultimativen Kick. Eines Tages bewirbt er sich als Teilnehmer einer Kochshow im Fernsehen - und dort verarbeitet er vermeintliches Schweineblut in seinem Menü ...

Ein paar Jahre später kommen ihm die Ermittler endlich auf die Spur. Bei der Gerichtsverhandlung kommt heraus, dass er in der TV-Sendung anstelle Schweineblut ein ganz anderes Blutbad angerichtet hat. Robby lächelt, als er dies erzählt ...

Seine damaligen Gäste müssen sich allesamt übergeben.


So etwas ist natürlich undenkbar, doch bislang war es ebenfalls in keinem Kopf, dass es einem Teilnehmer an der Dinner-Show gefällt, frisches Schweineblut in seinem Nachtisch zu verwenden.

Das bringt Savas voller Berechtigung auf die Palme, denn Daniel erzählt von diesem besonderen Inhaltsstoff erst, nachdem alle vom Dessert probiert haben.

Was genau Savas alles über Daniel in der dritten Person äußert, obwohl dieser natürlich anwesend ist, verstehe ich nicht wirklich: Gibt es keine Sprachfilter, die undeutliche Aussagen akustisch verbessern können? Mühe, allgemein verständlich zu klingen, gibt Savas sich nämlich nicht.

Zur Auflockerung der Blutgeschichte verstehe ich gerade eben noch, dass Savas Katja mit einem Kioskbesitzer verkuppeln möchte. Dann überschlagen sich die Ereignisse und Kommentare an Daniels Esstisch,

bis endlich die Bewertungs-Tafeln gezogen werden dürfen:

Daniel bekommt fünfundzwanzig Blut-Punkte, und vielleicht 25 neue Fans für seinen Youtube-Kanal, in dem er aus

Hannibals Kochbuch

Leckereien zum Besten gibt, die nicht jedem schmecken dürften. Es gibt leider keine Moral von dieser Geschichte.

Aber langweilig ist es nicht an diesem Daniel-Tag, durch den sich eine deutliche Blutspur zieht.


Guten Morgen, Gruß Silvia



Mittwoch, 30. August 2017

29. August 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Köln bei Lydia

Vorspeise: Würziger Couscous-Salat, Falafel mit Avocadocreme, eingelegte Paprika
Hauptspeise: Lachsfilet in Sojasoße und Ingwer, dazu Süßkartoffel-Feta-Gratin und geröstete Koriander-Kreuzkümmel-Brokkoliröschen
Nachspeise: Aprikosen-Macadamia-Tarte mit Tonka-Bohnen-Eis und süß-salziger Karamellsoße


Lydia ringt um einen Status

Status am Montag bei der ersten Begegnung mit Publikum und Katja: Lydia sagt, sie sei Vegetarierin!

Status ein paar Stunden später beim Verzehr der Vorspeise (mit Lachs): Ungewiss!

Der heutige Status ist ebenfalls wischi-waschi und nicht eindeutig (oder eben doch eindeutig?), denn bei ihrem eigenen Dinner und wenn sie Restaurants besucht, isst sie Fisch.

Wenn die Familie Fleisch braucht, geht ihr Vater auf die Jagd und schießt ein Reh oder ein Wildschwein.

Dieses Fleisch kann auch sie bedenkenlos essen, meint Lydia, denn die Tiere hatten zuvor ein gutes Leben.

Leider haben sie ein sorgenfreies Leben in Wäldern, in denen dauernd geballert wird, nicht wirklich: Dort leiden die Tiere unter enormen Stress. Davon abgesehen, ist vielleicht jeder Jäger ziel-, aber nicht unbedingt treffsicher. Die Weisheiten habe ich über unseren Förster erlangt, der mit Sicherheit eher eine Ahnung hat, wovon er spricht, als Lydia.

Ansonsten gibt es natürlich auch etwas Freundliches zu sagen: Lydia und ihr Mann Ryan sind ein süßes Pärchen, das sich in Südafrika kennengelernt und in Köln eine Familie gegründet hat, zu der inzwischen zwei niedliche Töchter gehören.

Beruflich ist Lydia Hebamme, was die Gäste zu einem Pausen-Gag verleitet: Savas bringt in einer Simulation die Babypuppe von Katja zur Welt. Gut, dass ich für (fast) alle Eventualitäten gewappnet bin - und ein Puppenfoto besitze,

denn solche Objekte fotografiere ich nicht zu meinem eigenen Spaß.

Während ich während dieser Simulation noch verstehe, was Savas meint - geht sein sonstiges Gebrabbel in seiner verschwommenen Stimme für mich unter. Ist wohl auch besser, wenn man akustisch nicht allzu viel mitbekommt.

Durch die rosa untermalten Spruchbänder erfahre ich, dass Savas einem Männerkochclub angehört - und an dieser Stelle bemängele ich mal die Farbe der Bänder, denn manchmal ist es schlecht zu lesen, was dort steht - und somit erwarte ich Großes von ihm an seinem Dinner-Tag. Ganz Großes! Immerhin ist er der Meinung, und das verstehe ich ausnahmsweise eindeutig, dass Männer besser als Frauen kochen.

Ein bisschen Provokation liegt vermutlich ganz in seinem Sinn und seinem Naturell ... und muss nicht allzu ernst genommen werden.

Lydia begeistert ihre Gäste bis hin zur Abgabe von vierunddreissig Punkten. Was die Vorspeise anbelangt, kann ich die hohe Wertung noch in etwa verstehen, während sich mir nicht erschließt, was ansonsten so phantastisch war. Da lasse ich mich jedoch gern durch kompetente Erklärungen belehren.

Unschlüssig, was sich in den kommenden Tagen noch ereignen könnte und in welche Richtung sich die Gruppe bewegt, verabschiede ich mich für heute mit einem


guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 29. August 2017

29. August 2017 - Der Henssler grillt sich selber ...

Der Henssler grill sich selber

In den nächsten Tagen wird die letzte Sendung dieser Reihe ausgestrahlt, und ich kann von mir sagen, dass ich von all den diversen

Fäkal-Ausbrüchen

des Herrn Hensslers nur die mitbekommen habe, mit denen seine Sendung in der jeweiligen Vorschau beworben wurde.

Gesehen habe ich keine dieser "Prachtsendungen".

Am letzten Sonntag nun war wohl ein ziemlich unlustiger Noah Becker, seines Zeichens "Kind" von Boris Becker, zu Gast - und

Steffen Henssler postete ob dieses in seinen eigenen Augen wohl Highlight-Auftritts (weil ihm selber nützlich)

ein Foto von

Tingeltangel-Bob - dessen Frisur der von Noah B. recht ähnlich ist.

Das wiederum bringt Boris Becker auf den Plan und er wittert hinter den Twittereien von Henssler Rassismus und versteigt sich zusätzlich zu der Aussage:

"Beleidigungen gegenüber Kindern gehen gar nicht."

Noah ist 22 Jahre alt, und wenn ich die Presseberichte über die Sendung richtig interpretiere, nicht in der Lage,

sich selber gegen Verblödeleien zu wehren. Also stimmt das Attribut "Kind" irgendwie. Er soll ja 1. selten Lust zum Reden haben und 2. nicht mit jedem reden,

also springt der Papa in die Bresche.

Auch in die Bresche springt die Bildzeitung, die diesen Streit schlichten will ...

Doch schon kommt der nächste Henssler-Fehltritt um die Ecke:

Er parodiert in einem Facebook-Post Hitler - und zwar so, als wäre es nicht das erstemal ...

"Seien Sie versichert", schreit der Koch in seinem Video, "dieser Post ist alles, aber nicht rassistisch."


Bis ich dieses Video gesehen habe, dachte ich ebenfalls, das Vorherige war kein rassistischer Post. Nun komme ich ins Schlingern und drehe einmal meine Gedanken auf links,

die ich dann doch besser für mich behalte.

Nur soviel: Egal, was Noah Becker getan oder viel mehr nicht getan haben mag,

Henssler nutzt die Gunst der Stunde für einen üblen Brei, den er zusammen mischt. und der nicht ein einziges Mal seinen Kopf frequentiert, um den in seine Entscheidung, solch ein Video zu posten, mit einzubeziehen.

Vox kann froh sein, den Mann los zu sein.


Guten Tag, Gruß Silvia

28. August 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Köln bei Dominik

Vorspeise: Grüne Räucherlachsrolle mit Ratatouille-Salat
Hauptspeise: Rinderfilet in Rotweinsoße mit Selleriepüree und Kartoffelrösti
Nachspeise: Schokoladensoufflé mit heißen Himbeeren und Vanilleeis


(Schn)APP

und die Falle ist zu, denn wie sich ein Münchner in Köln fühlt, kann man nur vermuten. Inzwischen ist Dominik scheinbar gut integriert und kennt Nachbarinnen, die ihn bei der letzten Party vermisst haben. Die Liebe, entstanden über eine APP, hat ihn nach Köln verschlagen, und dort arbeitet er bei der Bahn.

Bahnfahren kann man empfehlen, falls jemand auf der Suche nach einer neuen Liebe ist, die möglichst weit weg vom eigenen Heimatort lebt: Die vielen und zuverlässigen Verspätungen machen es möglich! Es ist unglaublich, wen man auf den Bahnhöfen und Bahnsteigen treffen kann ...

Ganz und eher nach Münchner-Manier versucht Dominik, das Kamerateam in den Griff zu bekommen und die Regie zu übernehmen,

und vermutlich glaubt er noch bis zur Ausstrahlung, dass sie seinen Anweisungen wirklich folgen anstatt ihn ein bisschen vorzuführen.

Gut kochen will er können. Kochen hätte ihn schon immer interessiert. Als ich höre, dass er es bei einer "Küchenschlacht"-Ausgabe sogar ins Finale geschafft hat, bin ich trotzdem erstaunt, denn zwischen seinen Worten und Taten klaffen ein paar Lücken.

Die Küchenschlacht habe ich zwar selber noch nie gesehen, aber gehört, dass dort wirklich und meistens begnadete Hobby-Köche tätig sind ...

Die Gäste werden auf der Straße mit einem Aperitif begrüßt, damit auch jeder sieht, dass Dominik Besuch von einem Kamerateam hat. Steht auf den Kameras "Vox"? Dann weiß man zumindest, dass es sich hier nicht um einen Auswanderer handelt,

doch übrig bleiben neben dem Dinner noch ein paar andere Formate. Ich sehe ihn in den folgenden Tagen übers Pflaster schweben, als jeder ihn anspricht - der nun, unsichtbar für die Zuschauer hinter den Fensterscheiben dem Treiben zusieht - und fragt, wie berühmt er demnächst wird.

Noch berühmter aber wird vermutlich Savas, der heute schon mal den Macho weit aus dem Fenster hängen lässt - und die Show übernimmt. Wenn er so weiter macht, sage ich schon mal:

"Freundchen, Freundchen! Wir werden keine Freunde!"

Eine Freundin der Tiere ist hingegen Lydia - denn sie gibt sich als Vegetarierin aus, während ihr der Lachs in der Vorspeise kein bisschen leid tut, obwohl ich hier deutlich die Position des Fisches einnehmen muss und sage:

Auch der Lachs ist ein Tier!

Dominik bekommt am Ende nicht gerade eine Punkte-Schwemme ins Haus geliefert, aber immerhin neutrale

achtundzwanzig, von jedem Gast freundliche sieben.

Und noch haben sich alle lieb ... vorschnell und voreilig sind diese vom Sender erpressten Lippenbekenntnisse allemal,

denn nicht mal an Freitagen kann man durch die Bank und mit Sicherheit sagen, wen man nun mag oder nicht.


Guten Morgen, Gruß Silvia





Samstag, 26. August 2017

26. August 2017 - 100 Erlebnisse, die man sich verkneifen sollte ... 5. Warnung - Dinner in einem Spukschloss

100 Erlebnisse,
die man sich verkneifen sollte



Dinner in einem Spukschloss

Höher, weiter, tiefer, schneller liegt bereits hinter Lars und Grit: Sie sind Fallschirm gesprungen, bis in die Südsee gereist, auf den Malediven in die Tiefe gegangen und dem Nürburgring in einem Renn-Boliden in die Kurven geprescht.

In ein paar TV-Doku-Soaps hatten sie sich als halbherzige Auswanderer und bemühte Köche versucht, doch das liegt in der Vergangenheit und nun muss etwas anderes her:

Spuk in einem Geisterschloss! Alte Gemäuer mit heulenden lange Verstorbenen und die Idee, sich einmal so richtig zu gruseln.

Lars und Grit werden in Cornwall fündig, denn in England ist man viel weiter (und innovativer), wenn man Erlebnisse mit der Zwischenwelt haben möchte.

Sie nehmen ein Schiff von Calais über den Ärmelkanal - denn das Durchschwimmen desselben wollen die beiden Abenteurer sich für die Zukunft aufheben. Bald erheben sich die weißen Klippen von Dover am Horizont, und sie sind endlich in dem Land des schwarzen Humors und der Geister.

Nach einer Übernachtung in Dover geht es weiter in die Nähe von St. Ives, und Lars fährt den gemieteten Ferrari mal so richtig aus, bis die zurück gebliebenen Autofahrer denken, dass die Insassen nicht mehr lange brauchen, um zu Geistwesen zu werden.


Dinner und Übernachtung

Lars und Grit haben zusätzlich zu dem Dinner in einem als Spukschloss verschrieenen Schloss die Übernachtungen gebucht. Sie konnten wählen, ob sie in einem Doppelzimmer Unterschlupf finden

oder sich in Einzelräumen einen Tick heftiger gruseln wollen.

1.500 Pfund pro Person, Dinner und Übernachtung in Einzelzimmern hatten bereits per Online-Überweisung den Besitzer gewechselt.

Als sie ankommen, hat der Ferrari bereits ein Vermögen an Benzin geschluckt, aber Leben am Limit kostet eben Geld ohne Limit. Was soll's!

Sie werden von George und seiner Frau Cathy empfangen und ohne Umschweife in den Ess-Salon geführt,

aber nicht, ohne das es vorher poltert und klirrt, obwohl nirgendwo ein Schaden zu sehen ist.

Eine Köchin tischt auf, denn an extra Personal sei es knapp in diesem Schloss - meint George und verweist auf die düstere Umgebung, in der sich alle befinden. Kaum jemand wolle hier arbeiten.

Grit hält sich mit Champagner fit, während Lars sich fragt, ob die verhuschte Köchin eines der Geister ist,

denn ihre Schritte sind schneller als es ihr anzusehendes hohes Alter vermuten lässt.

Doch wegen dem Menü sind wir nicht hier, denkt Lars ... denn das ist so typisch Anno-Englisch, dass sich beider Gäste Magen umdrehen.


Die Nacht

verbringen Lars und Grit - wie gewollt - in getrennten Zimmern. Es raschelt in allen Ecken und die Gemäuer sprechen ihre eigene Sprache,

während nichts zu sehen ist. Nur die Vorhänge wehen leicht im Wind, der eigentlich nur draußen weht, aber bei geschlossenen Fenstern nicht nach innen dringen kann.

Sowohl Lars als auch Grit überkommt plötzlich eine riesige Übelkeit. Sie rennen zu ihren jeweiligen Toiletten,

auf denen sie den Rest der Nacht verbringen.


Am nächsten Tag

Beide Beköstigte sind froh, diese Nacht "überlebt" zu haben, aber sich auch nur für eine Sekunde gefürchtet zu haben,

hatten sie keine Zeit. Um 3.000 Pfund leichter verlassen sie das Spukschloss.

Auf der Weiterfahrt arbeiten sie bereits an der Legende, die sie allen Freunden erzählen wollen.



George, Cathy und die Köchin Melinda

hingegen winken den Gästen der letzten Nacht noch lange aus purer Dankbarkeit nach, so wie sie es seit Jahren immer machen,

wenn der Spuk endlich ein Ende hat,

sie die Gäste wieder los sind,

und ein Ehepaar und die Mutter von Cathy sind,

sich die Hände reiben über soviel Willen,

anderen Leuten ihr Geld zu überlassen, nur damit diese wieder einmal einen ultimativen

Kick

in ihren Leben hatten.

Melindas Geheimnis lag übrigens (wie in "Grüne Tomaten") in der Soße ...


Guten Tag, Gruß Silvia










Freitag, 25. August 2017

25. August 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Architektur-Spezial - Freitag in Köln bei Timo

Vorspeise: Lackierter Hummer mit Fenchelsalat
Hauptspeise: Maishähnchen auf Champignon-Risotto mit Lauch-Soße
Nachspeise: Eissplittertörtchen


Klartext

Die vier anderen Teilnehmer an den vermutlich und angeblich und vage anmutenden perfekten Dinnern durfen wenigstens einmal nicht nur Köln

besuchen,

sondern gleich noch eine Wohnung in der Speicherstadt bewundern, in der Timo  lebt.

Christiane spürt sogleich Energien der anderen Art wie sie sonst nur Bettina empfindet:

Timos Wohnung als bunt durcheinander gewürfelt zu beurteilen, ist lustig, wenn Christiane dies sagt, denn ihre Wohnung ist

neben allem Bunten und Durcheinandern zudem eine Hommage an sich selber.

Nun ist mir klar, dass ich heute kaum Likes einstecken kann, um die es mir primär sowieso nicht geht,

denn ich

mag Timo.

Als einziger hat er zwar keine Tischmanieren,

die man hervorheben, sondern verbessern  kann,

aber er ist eine ehrliche

Haut.

In der Nachbarschaft wohnt Podolski, in der Nähe Kritik,

die auch alle anderen in dieser Woche einstecken mussten.

TImo sei überheblich - höre ich ich in meiner Timeline, und das kann ich so gar nicht bestätigen, wenn seine vielleicht nicht immer so gut ankommende

Kritik

auch der meinen entspricht:

Björns Haus ist ein Husarenstück, aber wer möchte schon in solch einem schmalen Gebäude leben? Christiane wohnt in einem ehemaligen Bunker - na ja:

Notlösung! Dunkelheit! - Obwohl sie an der Dunkelheit teilweise selber Schuld hat, wenn sie ihre Bilder schon über

Fensterfronten hängen muss - weil sie die nicht verkaufen kann.

Jochen lebt nicht in dem Hausboot, und er wird keine Sophia Loren dort treffen,

während

der Bahnhof schön ist, aber Bettinas Profession als Heilerin grenzwertig.

Timo bekommt einunddreissig Umdrehungen - und dass er das nicht lässiger hinnimmt,

beschert ihm einen Abzug von zwei Sympathiepunkten meinerseits.


Guten Abend, Gruß Silvia









25. August 2017 - 14 Engel -

4 von 14 Engeln

Abends, wenn ich schlafen geh,
Vierzehn Engel mit mir gehn:
Zwei zu meinem Kopfe,
Zwei zu meinen Füßen,
Zwei zu meiner Rechten,
Zwei zu meiner Linken,
Zwei, die mich decken,
Zwei, die mich wecken,
Zwei, die mich weisen,
ins himmlische Paradies.  - Engelbert Humperdinck


14 Engel

Als ich ein sehr kleines Mädchen war, war es das Gebet zur Nacht, das meine Oma mit mir zelebrierte. Und so wurde es damals recht eng in meinem Bett mit all den Engeln, die mit ihren diversen Aufgabenstellungen auf mich achtgeben sollten. Nicht selten wollte ich wissen, woher all diese Engel kamen und wohin sie tagsüber gingen und ob jeder Mensch einen Zugang zu solch einer immensen Anzahl an himmlischen Geschöpfen vorweisen konnte.

An die Antworten erinnere ich mich nicht mehr - aber es gab sie, denn ich ließ nie locker, bevor ich eine Antwort hatte.  Generell war mir jedoch klar, dass ich alleine nicht eine ganze Horde von Engeln brauchte,

aber es hörte sich schön an, dieses Gedicht, als Gebet zur Nacht von sanfter Oma-Stimme gesprochen.

Heute spricht niemand mehr ein Gebet für mich, und ich selber schicke höchstens hin und wieder stoßweise eines zum Himmel:

Himmel hilf!

Ach, Herrgott, muss das jetzt sein?

Gottseidank!

So und ähnlich klingt das  - und es hat nichts von Süße, sondern nur von Einfordern - oder Beklagen, manchmal von lässigem, nicht ernst gemeintem Bedanken.

Doch gerade jetzt in diesem Moment - ich weiß nicht, wieso, warum und weshalb mir dieses Gebet wieder einfällt,

denke ich an die 14 Engel, und ich möchte sie gerne neu verteilen, denn in meinem Bett ist wirklich kein Platz mehr für sie, und ich komme auch ohne sie gut zurecht:

Aber wenn 2 Engel sich um gequälte Tiere kümmern und ihre bessere Zukunft,

weitere 2  um misshandelte Kinder und - ich möchte nicht unbescheiden werden -

2 andere himmlische Geschöpfe sich die bösartigen Menschen vornehmen könnten, um sie ein bisschen zu läutern,

und 2 Engel bitte in einer kriegerischen und endgültigen Mission alle Waffen auf der Welt vernichten,

während die nächsten 2 Liebe und Geduld aufrüsten.

Die vorletzten 2 sollten allen Zweiflern an demokratischem Gedankengut bei der Wahl im September eine Leuchte der Erhellung halten,

während die letzten 2 leider

angetreten sind, um mir die Naivität auszutreiben.

Immer kommt einem die Realität dazwischen - Himmelherrgottsakrakruzifix!


Guten Tag, Gruß Silvia


24. August 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Architektur-Spezial - Donnerstag in Cottbus bei Bettina

Dieser Bahnhof ist belebt, aber nicht bewohnt -
und steht nicht zum Verkauf.


Vorspeise: Hühnersuppe mit regionalem Gemüse und feinen Nudeln
Hauptspeise: Putenroulade gefüllt mit Käse und getrockneten Tomaten auf Basilikumbett, dazu Nudeln mit sommerlichem Paprika-Zucchini-Gemüse und Käsesoße mit rotem Pfeffer
Nachspeise entweder: Schokoladenkugel gefüllt mit Mousse nach Pückler Art oder
Nachspeise: Weiße Schokoladen-Himbeer-Mousse


Regionale Nostalgie

Michael und Bettina haben keine gemeinsamen, aber zusammen sieben Kinder aus früheren Beziehungen - und da hilft der einst in der Vergangenheit sicher ebenfalls belebte Bahnhof, in dem sie nun wohnen, bei der Unterbringung, falls alle zusammen anreisen und nach

deftiger Hausmannskost verlangen.

Wir sehen ein wirklich schönes Gemäuer, in dem alte Reliquien noch vorhanden sind, und somit erkennbar ist, dass der einstige Fahrkartenschalter nun das Schlafzimmer der beiden beherbergt. In der Küche schwingt Bettina das Regiment, denn bei Michael würde sogar Wasser anbrennen. In der Tat? Nur einer seiner Sprüche!

Warum er sich dann nicht aus dem Dunstkreis der Küche weg bewegt, ist unklar, aber allemal verständlich. Die Kameras locken Menschen an,

und welche, die gerne reden, sowieso. Erstmals in dieser Woche kommt auch Bettina aus sich heraus, denn in den ersten zehn Minuten redet sie soviel wie in all den letzten Tagen nicht.

Und da ist es wieder, mein Angst-Wort. Das Wort, bei dem sich mein Magen zusammen zieht: JetzE!

Dialekte schön und gut - aber das heißt in jedem Dialekt JetzT, bei uns im Ruhrgebiet und dort auch nur bei einigen - Gezz.


Die Handauflegerin

Als ich anfange, Bettina ein bisschen - eben so, wie es aus der Ferne und als Zuschauerin möglich ist - ins Herz zu schließen,

offenbart sie,

dass sie eine Heilerausbildung hat und Hand -Auflegen betreibt.

Kranke Menschen suchen bei ihr Hilfe ...

Für erkrankte Menschen sind Ärzte zuständig! Bitte nicht solche Leute aufsuchen, denn, wenn es gut geht, erzielen sie sowieso keine Wirkungen,

und wenn es böse kommt, richten sie seelischen Schaden an.

Und nicht davon irritieren lassen, dass HandauflegerInnen kein Geld fordern, denn sie erwarten natürlich jeweils eine freiwillige Money-Spende. Und da wird die Summe sicher höher ausfallen, als wenn ein Preis genannt würde.


Hausmannskost

Mehr ist zu Bettinas Menü nicht zu bemerken - außer vielleicht, dass man in manchen Bahnhöfen schlechter isst,

denn viele McDonalds sind dort beheimatet.


Timo und Björn

Während Björn sich im vermutlich falschen Film befindet und am Anfang gar nicht weiß, in welcher Stadt er heute wieder gelandet ist - als wäre er ein Rockstar, der auf Langzeit-Tournee ist,

hat Timo sowieso eine Managerin, die sich um alles kümmert.

Was Timo sagt, ist natürlich seinem Humor geschuldet, der recht trocken rüber kommt. In vielen seiner derart vorgetragenen Kritiken

sehe ich keinen Grund, ihn in Grund und Boden zu stampfen - wie es andernorts geschieht.

Wenn er heute meint, dass Michael seiner Frau die Show gestohlen hat, so hat auch dies Hand und Fuß - obwohl es Bettina selber scheinbar nichts ausmacht.


Gäste-Kritiken

gibt es viele am Ende, und es sammeln sich nur neunundzwanzig Punkte in Bettinas Bahnhof an.

Und eine ganz so bodenständige und "einfache" Frau wie Timo anfangs bemerkt, kann Bettina nicht sein - wenn sie so

abgehoben ist, dass sie glaubt, ihre Hände könnten heilen.


Meine Hände haben nun (fast) alles geschrieben, was ich zu diesem Abend denke. Das Bahnhofsgebäude gefällt mir immer noch ...


Guten Morgen, Gruß Silvia





Donnerstag, 24. August 2017

23. August 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - (Architektur-Spezial) Mittwoch in Bremerhaven bei Hans-Joachim

Vorspeise: Geschäumte Hummercremesuppe mit hausgemachtem Anisbrot
Hauptspeise: Atlantik-Hummer mit Julienne-Gemüse, Zitronenbutter und Kaviar-Kartoffelsalat
Nachspeise: Geschichtete Mascarponecreme mit marinierten Erdbeeren


Goldfinger auf dem Traumboot

In dieser Dinner-Woche kochen Leute, die in außergewöhnlichen Locations leben. Einem schmalen Haus und einem Bunker folgt nun ein

Hausboot.

Leider lebt Jochen nicht wirklich auf diesem Hausboot, sondern nutzt es als Ferien-Domizil - und in der Hauptsache wird es auch vermietet.

Offenbar haben sich nicht genügend Leute beworben, die an einem außergewöhnlichen Ort auch tatsächlich leben - mir fehlt eindeutig jemand,

der in einem Spukschloss wohnt.

Jochen lebt normalerweise mit Ingrid, die Witwe ist, wie er Witwer ist, in Cuxhaven, doch Ingrid ist auch heute vor Ort

und Jochen nimmt ihren Schutick auf den Arm. In der Tat ist  für ein Schuh- und Klamotten-Museum viel zu wenig Platz auf dem Boot.

Dafür leben sie in Auszeiten, Ferien oder Wochenenden nahe am Wetter: Auch heute gibt es eine Kostprobe von prasselndem Regen,

während die Gäste und Jochen gemütlich im Inneren, aber nicht auf dem Trockenen sitzen.

Der Sonnenschein am Morgen und der Regen am Abend - eine passende Kulisse, die künftige Urlaubs-Willige, die ihre Ferien einmal etwas anders verbringen möchten, anlockt.

Selbst die Möglichkeiten seiner Küche kann Jochen präsentieren - und es gibt

Hummer in der Vorspeise, Hummer im Hauptgang

und einen recht bescheidenen Nachtisch, aus Mascarpone und Erdbeeren sturmfest gezimmert. Die Melonen in der Vorspeise bekommen noch einen

Goldanstrich,

der eher überflüssig ist, aber auf Jochens ehemaligen Beruf als Goldschmied hinweist. Meinetwegen.

Dieses Bling-Bling scheint Timo ebenso wenig zu gefallen wie Björn, aber nur Timo erweist sich als Rebell und meint,

dass das Boot gar nicht zu Jochen passt.

Seine Äußerung wiederum würde nur dann passen, wenn Jochen wirklich auf diesem Boot leben würde -

denn ansonsten passt es wie Gold in den Händen eines Goldschmiedes zu Jochen. So gesellen sich pompöse

fünfunddreissig Punkte dem übrigen Luxus hinzu.

Jochen kann mit sich zufrieden sein, die Leute werden sich so sehr darum reißen - selbst im Winter - auf seinem Hausboot einen kleinen Urlaub zu verbringen,

dass er sich rasch ein zweites anschaffen kann.


Guten Morgen, Gruß Silvia

Mittwoch, 23. August 2017

22. August 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Hamburg bei Christiane

Auch ein Bild, selbst gemalt, nicht von mir, sondern für mich
von einem Hobby-Maler


Vorspeise: „Teuflisches Geheimnis“: Blätterteigtaschen mit Seeteufelfüllung, feinem Fenchelgemüse, Mango-Chutney und indischen Gewürzen, dazu ein Mix von Babysalaten, Sprossen, Kernen und Essblumen
Hauptspeise: „Bonito-Boot“: Gegrilltes Papaya-Boot (gefüllt mit Papayafruchtfleisch, Pilzen, grünem Spargel, Blattspinat und Kirschtomaten) dazu Garnelen und Bonito-Thunfisch an Süßkartoffelstampf mit Kokosmilch
Nachspeise: „Caribbean Sundown“: Sorbet aus Blaubeeren, Banane, Kokosmilch und Honig an kleinen Blaubeer-Pancakes


Prunk-Bunker

Es gibt immer weniger Bunker in Deutschland, aber in einem wirklichen End-Szenario ist es vielleicht auch besser, es ist für alle schnell vorbei ...

Christiane wohnt in einem Bunker, und erst verstehe ich es so, dass sie den ganzen Klotz gekauft hat - dann sehe ich andere Briefkästen,

und auch die Wohnfläche ihrer Wohnung scheint überschaubar. Im Fernsehen wirkt alles ohnehin etwas größer als es ist, und die Menschen dicker als sie sind.

Sie ist eine Hobby-Malerin, denn ihr Brot hat sie bereits in vielen Bereichen verdient, und den Ruf als Künstlerin - und das Streichen des Wortes "Hobby" - möchte sie durch diese Sendung untermauern. Ihre Kunst kann ich überhaupt nicht beurteilen, aber ich wünsche ihr viel Erfolg beim Verkauf einiger Werke (wenn sie auch zu oft sich selber in die Mittelpunkte ihrer Bilder stellt),

damit Platz für Frank ist. Ihr Freund wohnt noch in Lünen (bei Dortmund), möchte aber bald zu ihr nach Hamburg ziehen. Auf jeden Fall wird es schwer für ihn, in dieser Wohnung seine eigene Persönlichkeit darzustellen,

denn die selbst ernannte toughe Frau will alles selber umgebaut und gestaltet haben, als Architektin und Macherin in Personalunion. Natürlich hat sie auch ein paar Handwerkern Arbeit gegeben.

Heute gibt sie Frank in der Küche Arbeit ... viel vom Kochen sehe ich nicht. Am Ende kommen wie gemalte Teller auf den Tisch

und viel Gequassel über gesundes Essen.

Ein armer Thunfisch ist auch mal wieder im Mittelpunkt ...

Timo, der Kölner Bäcker der Runde, musste am Vortag seine Höhenangst eingestehen, während ihm heute die Decken des

Bunkers

wie eine Bedrohung vorkommen.

Zwar würde ich selber die Decken nicht als Angstgegner sehen, aber irgendwie finde ich an dem Bunker, umgebaut zur Wohnfläche, so gar keinen Gefallen.

Timo gefällt es auch nicht, dass vor dem Essen eine umfangreiche Führung mit immens viel Blabla stattfindet, und die Selbstbeweihräucherungen der Gastgeberin stoßen ihm bitter auf.

Klappern gehört doch zum HandKunstwerk, Timo!

Nachdem beim perfekten Dinner für die Crew seit einiger Zeit eigentlich Kurzarbeit angesagt ist, und die Hobby-Köche nicht mehr bis in die frühen Morgenstunden an ihren Essen basteln sollen -

ist heute eine Ausnahme, denn als alle beim Nachtisch sitzen, ist es bereits

kurz vor Mitternacht.

Christiane bekommt zweiunddreissig Punkte. Sicherlich dreiunddreissig Küsse von Frank -

und sie hat die Mission, ihre Bilder zu promoten, erfüllt.


Guten Morgen, Gruß Silvia

Dienstag, 22. August 2017

21. August 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Kiel bei Björn

Vorspeise: Apfel-Rote Bete-Turm
Hauptspeise: Spargel, Schinken, neue Kartoffeln, Petersilie und Sauce Hollandaise
Nachspeise: Crema di Fragola


Mut zur Lücke

hat Björn bewiesen, als er in eine schmale Lücke zwischen zwei Uralt-Häusern sein eigenes gesetzt hat, in dem nun die Familie samt Haustieren von einem Raum zum nächsten stets eine Treppe überwinden muss.

Weiteren Mut zur Lücke beweist er gerade heute auch mit seinem Dinner, denn die "Kochkünste" hat er in einem Crash-Kurs erworben, und da war nicht mehr viel Zeit, um umfangreichere Kenntnisse zu erlangen. Immerhin schlägt er die Sauce Hollandaise selber auf, und die geht versierteren "Köchen" schon mal daneben.

Das ist es aber dann auch schon!

Ob er sich selber beim "Perfekten Dinner" beworben hat? Oder ob er gefunden wurde? Denn Björn weiß nicht einmal, ob nun ein Punkt oder eher zehn Punkte einer guten Bewertung entsprechen?

Er weiß jedoch, dass er nicht zehn Minuten vor der verabredeten Zeit von einem Dreh-Team heimgesucht werden möchte, und so müssen sie allesamt wieder von dannen ziehen,

und nachdem sie vielleicht schmollen, kommen sie anschließend zu spät:

Auch das gefällt Björn nicht, denn er hat schon bald eine "Verabredung" mit seinem Spargelbauern. Der jubelt dem unerfahrenen Neu-Koch dann auch gleich mal eine Riesenportion Erdbeeren unter, von denen er später für den Nachtisch nur eine winzige Menge benötigt.

So werden Männer aufs Kreuz gelegt, die von Einkäufen mal so gar keine Ahnung haben.

Allerdings fühle auch ich mich ein bisschen aufs Kreuz gelegt, denn ich erwarte eine Sendung über Menschen, die nebenher ein bisschen kochen -

und bekomme einen Crash-Kurs in Architektur. Zumindest ein Puppenhaus könnte ich nun locker selber bauen,

und das wäre am Ende auch noch kleiner und schmaler als dieses Haus, von dem ich gar nicht weiß, ob mir das nun gefällt

oder nicht.

Zumindest ist es keine Liebe auf den ersten Blick.

So schlägt Vox Brücken zwischen "Mieten, Kaufen, Wohnen" und dem "Dinner" - und obwohl ich erstere Sendung gar nicht gucke,

könnten die Leute in dieser jetzt auch endlich mal mit dem Kochen anfangen. Oder haben sie das bereits?

Björn bekommt siebenundzwanzig Punkte für seine diversen Vorträge über Wände, Balken, Treppen aus Eichenholz und Wände, die gar nicht zu seinem, sondern zu den Nebenhäusern gehören.

Hoffentlich sind diese Häuser nicht eines Tages so marode, dass sie abgerissen werden müssen. Oder so alt, dass niemand mehr drin wohnen möchte. Dann würde er zwischen zwei Geisterhäusern leben.


Guten Morgen, Gruß Silvia





Montag, 21. August 2017

20. August 2017 - ARD - Lindenstraße - "Engelchen flieg"

Foto: Petra Silie



Engelchen flieg ...

Die Lindenstraße ist wie ein altes Möbelstück, vor dem man jede Woche erneut steht und fragt, ob sich das Abstauben überhaupt noch lohnt -

und wie lange es dauert, bis das ganze Gebilde in sich selber zusammen fällt.

Nach einer Sommerpause kehrt sie auf die Bildschirme zurück, und sicher denken die Macher, sie haben nun den Knaller überhaupt abgeliefert,

während ich - und das am frühen Abend - krampfhaft versuche, nicht einzuschlafen, umzuschalten oder Kopfschmerzen bekomme

bei so viel zusammen gequirltem Unsinn:

Tapfer halte ich meine Augen offen, denn solch einen Bockmist sieht man eben auch nicht alle Tage:

Momo hat den lästigen Robert Engel entführt, der nun angekettet in einer Ruine hausen muss.

 Natürlich gibt es hier Strom, denn der nicht klein zu kriegende Engel verlangt nach seinem Laptop. Den bekommt er zwar nicht,

denn sicherlich fehlt es auch an keinem Internet-Anschluss in diesem abseits von Gut und Böse liegenden Gefängnis,

aber immerhin schenkt Momo ihm einen Block und einen Kuli, damit er schreiben kann.  Hier findet sich später auch der einzige Clou der Veranstaltung:

Robert Engel schreibt sich die Finger wund, und Momo verbrennt alles.

Viele, viele Tage muss Engel dort verbringen - bis zu einem Show-Down - na ja, Show geht eigentlich anders - in Engels Wohnung,

als Momo ihn letztendlich vom Balkon stößt

und ausgerechnet Antonia, Momos Tochter,

die so clever war, ihren Vater per Handy-Ortung zu verfolgen -

Zeugin des Dramas wird.

Vorerst überlebt Engel den Sturz aus dem 4. Stock - denn sogleich taucht die Polizei bei Momo auf, doch Töchterlein gibt ihm ein Alibi.

Momo, der Psychologe, hat schon so einiges auf dem Kerbholz, aber dies schlägt jedem Fass den Boden aus.

Die Folge ist nicht einmal so schlecht geschrieben, dass sie bereits wieder als gut durchgeht. Die gesamte Geschichte um Momo und Engel entbehrte schon im Vorfeld jeder Logik -

doch die Folge auch noch "Engelchen flieg ..." zu nennen,

als Engel brutal vom Balkon stürzt, kann man nicht mal als bittere Ironie bezeichnen,

sondern als letzten Versuch, eine Serie zu retten.

Von fünf möglichen Sternen kann ich leider keinen raus rücken.

"Lindenstraße flieg ..." - Manchmal ist es besser, etwas zu beenden, wenn die Zeit, als es am schönsten war,

schon so deutlich überschritten ist.


Guten Morgen, Gruß Silvia




Samstag, 19. August 2017

19. August 2017 - Vater und Tochter.

Einer von ihnen
ist mein Vater



Vater und Tochter

Es gibt im Leben eine Beziehung, zwischen die kein Blatt passt, und die von Anfang an mit Liebe untermauert ist,

und das ist jene zwischen Vater und Tochter.

Leider gilt das nicht für alle Väter und Töchter, aber das ist ein anderes Thema, und es wird heute ausgespart.

Manchmal und so ganz im Stillen können Väter die "besseren Mütter" sein, und wenn man Liebe erlernt,

dann sicherlich von diesen Männern.

Sie sind die Mauern, die uns Töchter vor jeder Art von Unheil zu bewahren wissen - und sich weder von der Pubertät noch von sonstigen

Attacken auf die väterliche Liebe

abschrecken lassen.

Sie sind da, wenn es drauf ankommt,

und manchmal sind sie auch konkret, wenn man es lieber schmeichelnd möchte.

Der erste Freund der Tochter hat es niemals einfach,

denn er wird von einem Mann an einem anderen Mann (oder Jüngelchen) bemessen,

und da kennen Väter sich aus:

Sie wissen, was sie für ihre Töchter nicht wollen,

und da fällt so mancher Kerl durchs Raster.

Väter kennen sich aus, sie erinnern sich an ihre eigene Jugend - und möchten Fehlgriffe von ihren Töchtern

so fern halten,

dass sie sie konsequent in Watte packen, denn

kein Gericht der Welt

kann so streng vorgehen wie ein Vater, der seine Tochter bewahren möchte.

Für die Töchter ist der Vater der erste Anhaltspunkt, wenn es um Männer geht - und der Papa kann sie trainieren

für die Welt anderer Männer -

aber auch hemmen.

Am Ende liebt ein Mädchen aus einer intakten Familie den Vater so sehr, dass sie

vielleicht so ganz im Geheimen und niemals zugebend

genau den Typ Mann für ihr künftiges Leben  sucht,

den sie auf den ersten Blick in dieser Welt und sofort und für immer

liebt.

Väter sind für viele Mädchen unersetzlich, und daher schmerzt es ohne Ende,

wenn sie gehen - und niemals mehr ihren Senf hinzugeben können.

Ja, Väter sind oft genug die besseren Mütter ...


Guten Tag, Gruß Silvia







19. August 2017 - Schwarze Schafe ...

Highlands, Schottland


Schwarze Schafe

Einige Familien haben und kennen sie, andere haben nur weiße Schafe, obwohl sich unter vielen weißen sicher immer auch ein schwarzes finden lässt,

und sei es nur ein bisschen schwarz.

Ein berühmtes "schwarzes Schaf" war Prinzessin Diana. Ein schwarzes Schaf einer ganzen Nation ist heute

Donald Trump.

Im Normalfall haben nur einzelne Familien Probleme mit ihren schwarzen Schafen, doch anhand des Beispiels

Donald Trump

zeigt sich, dass die ganze Welt betroffen sein kann.

Natürlich gibt es auch liebenswürdige schwarze Schafe, die nur in den eigenen Familien nichts gelten, aber sich aufmachen,

andere zu erfreuen. Denn im Grunde ist solch ein abtrünniges Familienmitglied lediglich ein Außenseiter,

der nicht den Erwartungen der Sippe entspricht.

Wie sich die Außenseiter selber in ihrer Haut fühlen, ist sicherlich unterschiedlich, denn der eine hebt sich gerne von den anderen ab, während ein anderer auch darunter leiden kann.

Auch Verbrecher sind schwarze Schafe, und der Umgang mit solch einem Problem in den inneren Zirkeln ist sicherlich ein schwieriger,

während ein junger Mann aus einer Akademiker-Familie, der sich aufmacht, Rockmusik zu machen und dabei am Existenzminimum lebt,

ein positives Beispiel sein kann - nicht sein muss.

Es kann oft interessanter sein und sagt mehr über die Familie als das Übliche aus, wenn man mit dem schwarzen Schaf zu tun hat,

doch auf solch eines, das

Donald

heißt, kann man gerne verzichten.

Irgendwie zerstört er mir hier die Legende von den aufregenden schwarzen Schafen,

die mir noch begegnen könnten ...


Guten Tag, Gruß Silvia


Freitag, 18. August 2017

18. August 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag im Chiemgau bei Rosemarie

Chiemgau, Foto: Uli P.


Vorspeise: Hähnchenbrust mit Couscous-Salat
Hauptspeise: Bachsaibling mit Mangold-Gemüse, Rote Beete und Kartoffelwürfeln
Nachspeise: Topfencreme auf Himbeer-Rhabarber-Spiegel und Himbeersorbet



Lady "Devil" Marmalade

Im schönen Chiemgau lebt eine Frau, die heute so geläutert von ihren Aktionen der letzten Tage klingt, als hätte sie mindestens

drei Stoßgebete in dieser schönen Kapelle (siehe Foto) im Chiemgau herunter geleiert.

Rosemarie glaubt, dass die anderen sehr anspruchsvoll sind - obwohl sie selber zumindest zweimal deren Menüs als definitiv ohne Anspruch an den guten Geschmack herunter gepunktet hat.

Bei näherer Betrachtung will sie überdies anders rüber kommen als bei oberflächlicher. Das ist ihr nächstes Dilemma, denn

sie hat bei genauerer Betrachtung ähnliches über die anderen gesagt, aber angeblich nicht so gemeint.

Doch Lady Marmalade kann so leicht nichts aus der Fassung bringen, auch, wenn sie es uns glauben macht,

denn sie will heute ihre selbst gekochten Marmeladen promoten - obwohl sie bereits über 20.000 Gläser pro Jahr verkauft

und gar nicht mehr produzieren könnte.

Durch die Sendung könnte sich die Stückzahl glatt reduzieren!

Die Rezepte stammen allesamt aus einer Zeit, die heute so vergessen ist wie die Tatsache, dass ihre Eltern

ihr ein Studium aberkannt haben wollen.

Hier und da höre ich dezente Bosheiten des Autoren-Teams, zum Ausdruck von Daniel Werner, dem Interpreten, gebracht -

denn "Rosi will natürlich alle toppen ..."

Ich sehe mich in einer Waldorf-Woche kommentierend herum hüpfen, in der ihr Sohn einst seine Schulausbildung bekommen hat,

denn am dollen Ende

streicht Rosemarie mit

zweiunddreissig Punkten den Sieg ein:

Obwohl sie

erst am letzten Tag die Erkenntnis hat, dass sie hart zur Sache gegangen ist.

Denn sie hat natürlich  "zumindest niemanden getötet"

und

zu guter Letzt, und weil das Nicht-Töten manchmal ausreichend sein muss,

und das Leben

sowieso ungerecht ist.

Mit einem bisschen Gerechtigkeit hätte sie mit Mühe und Not drei Zähler von jedem errungen, denn man kann

alles, aber wirklich alles, schlecht reden, wenn man möchte.

Rosemarie hat es vorgemacht.


Guten Abend, Gruß Silvia

18. August 2017 - Die letzte Rose ...



Ich bin die letzte Rose

und stehe inmitten längst abgefallener Blüten-Geschwister, die schon vor mir den Herbst gesehen haben und erst im nächsten Frühling wieder ihre Kleider anziehen, um all die Menschen in diesem

Großstadt-Park nachhaltig zu erfreuen.

Nicht jeder hat ein Herz für uns Rosen, und so geht manch einer achtlos vorbei, während ein anderer es gar nicht erwarten kann, bis wir wieder unsere volle Pracht entfalten.

Ich bin die letzte Rose,

und ich habe viel gesehen in diesem Jahr. Zur Sesshaftigkeit verdammt, bleibt mir das Beobachten, und da sind

die Drogendealer, die einen Tausch Bargeld gegen Stoff mit ihren Kunden vornehmen,

während die alte Frau in meiner Nähe ihre Einkaufstasche absetzt, um einen Moment bei mir zu verweilen und mich zu

bewundern.

Bewunderer habe ich als Rose gerne, während mir leider nicht die kriminellen Machenschaften mancher Leute

verborgen bleiben.

Ich höre von geheimen Plänen und stehe Pate beim ersten Kuss.

Schüler einer um die Ecke gelegenen Schule haben sich für eine Mitschülerin, die abgeschoben wurde, stark gemacht,

und hatten darüber keine Zeit, meine Pracht zu bewundern.

Alle Sprachen habe ich gehört, und Wildpinkler versuchten, mich zu knicken. Der nächste Regen hat mich wieder sauber gewaschen,

während ich gehört habe,

was alles in der Welt passiert ist.

Heute sprechen die Leute, die sich auf eine Verweildauer in der Nähe niederlassen, über

Barcelona.

Und während manche traurig sind, bleiben andere gleichgültig.

Die Gleichgültigen sind dieselben Leute, die über Monate hinweg nicht mal all meinen Blüten-Geschwister und mich

wahrgenommen haben.

Warum also sollen sie mich jetzt sehen, wo ich ganz allein zurück geblieben bin?

Sorry, eine Rose ist ins Plaudern gekommen,

und das ist völlig unüblich für die Art, von der ich bin.

Aber alles ist erst verloren, wenn ich mich entscheide, nicht mehr zu blühen.

Lasst mir meine Herbst- und Winterruhe, und ich bin wieder bei euch. Voller Schönheit.


Guten Tag, Gruß Silvia


17. August 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag im Chiemgau/Traunstein bei Heinz


Hier beziehe ich die Aussage, die dieses Kunstwerk
trifft, auf Rosemarie und schlage auch die Hände über dem
Kopf zusammen


Vorspeise: Zucchini-Piccata, Bulgur
Hauptspeise: Rinderfilet, Pressknödel, Lauch
Nachspeise: „Traun-Schwemmholz“ Biskuitteig mit Marmelade und Schokoladenglasur in Form eines Schwemmholzes auf Fruchtspiegel, Holunderküchle


Geteiltes Leid

kann die derart Be- und Getroffenen zusammen führen, und am besten lachen beide am Ende über das Schurkenstück einer einzigen Frau, die gar nicht mal so aussieht,

als hätte sie es nötig, für 3.000 Euro alle Manieren über die Mauern zu werfen.

Die Rede ist von Rosemarie, Lady Marmalade mit der Marmeladen-Manufaktur, Hüterin ihres guten Geschmacks und diverser Geschmacklosigkeiten im Umgang mit ihren Mitmenschen:

Rosemarie gab gestern Michael und heute gibt sie Heinz je drei Pünktchen.

Da verrutscht Jule - obwohl sie noch keine Ahnung von den Bewertungen hat und selber nicht betroffen war - schon mal prophylaktisch die Frisur, die nun schief und platt dem niedlichen Köpfchen nicht mehr schmeichelt.

Gisela, Heinz' Frau, wird sich im Nachhinein fragen, warum sie für einen Gast wie Rosemarie samt Hund Chino in den Wohnwagen ausgewichen ist

und

ich wundere mich über nichts mehr.

Heinz ist Ergotherapeut und Hobby-Künstler. Seine Kunstwerke begeistern nicht alle, aber in der Hauptsache sollen sie den Künstler selber erfreuen und er soll Freude am Erstellen seiner Kunst haben.

Nicht immer im Leben dreht sich alles um den in Geldwerten zu messenden Erfolg.

Als Fan vom FC St. Pauli wird Heinz das wissen, denn in der 1. Liga kickern andere - und weitere Fans des Hamburger Vereins im tiefen Bayern zu suchen, dürfte müssig und langwierig sein: Zu weit weg, zu nordisch.

Bei 34 Grad Außentemperatur geht es heute trotzdem wie an jedem Dinner-Tag auch ums Kochen, und Heinz gibt sich jede Menge Mühe,

obwohl das Anrichten nicht sein Ding ist. Zu Vorspeise und Hauptgang möchte ich mich einer Stimme enthalten, beides schmeckt seinen Gästen mehr oder weniger bis wenig ...

Der Nachtisch ist jedoch auch in meinen Augen eine Katastrophe, was dieses "Traumschwemmholz" angeht:

Ein Bisquittboden, bestrichen mit Marmelade und einer Glasur, die ich im Leben nicht kaufen würde. Nein, das kann nicht schmecken,

rechtfertigt aber keinesfalls den Abzug von gleich sieben Punkten.

Doch Rosemarie ist da einfallsreicher. Sie schmeckt Kümmel aus dem Nachtisch heraus, meint, ein gutes Fleisch könne man sowieso nicht verderben -

so dass sie schon mal den Hauptbestandteil klein geredet hat,

bevor sie alle Hemmungen über Bord wirft und drei Punkte für

einen schönen Abend übrig hat.

Natürlich ist Heinz' Menü kein perfektes Dinner, aber Rosemarie hat sich nun endlich

warm gepunktet

und endet nach vorher sechs bzw. sieben vergebenen Zählern

im Niedrigbereich von drei Umdrehungen.

Da hilft nur noch eine Kiste bayrisches Bier,
um den Ärger runterzuspülen.




Dann müssen Michael und Heinz zu altem Selbstbewusstsein zurückfinden,

denn Rosemaries Bewertung ist mal so überhaupt nichts wert und was sie sonst noch zu den Dinnern meint,
ohne Belang.






Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 17. August 2017

16. August 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch im Chiemgau bei Michael


Vorspeise: Obatzda mit krossem Wallnussbrot an Eiszapfn-Radieserlsalat
Hauptspeise: Geschmorter Kalbstafelspitz mit Meerrettichsoße an grünem Spargel und Kartoffelkroketten
Nachspeise: Geeister Kaiserschmarrn mit beschwipsten Waldfrüchten


Wo viel Licht ist, fallen bald auch Schatten ...

Michael, der Elektriker, beschäftigt sich heute mit der erweiterten Tätigkeit als Lichtplaner, hat in seinem Haus diverse Beispiel-Lichter "vorbereitet" und sein Auto, auch kurz im Bild, ist zugepflastert mit extremer Eigenwerbung.

Vor einigen Jahren wurde es dem inzwischen 33jährigen im Chiemgau zu trist, und er kündigte seine Wohnung, verkaufte Hab und Gut und zog auf die beliebte Insel Mallorca. Nach sieben Monaten war er pleite, und kehrte in die Heimat zurück.

Eine Story, wie gemacht für Goodbye Deutschland - ist die wirklich ungesehen verpufft? Wurde Michael nur von

Elli aufgefangen, seiner jetzigen Frau, mit der er zwei entzückende Töchter hat? Auf jeden Fall nennt er nun ein schönes Haus mit großzügigem Garten sein eigen,

und in den Tagen zuvor habe ich auch noch geglaubt, er könne kochen ... Michael redet eben viel und manchmal ohne Punkt und Komma,

während es heute ans Eingemachte geht und an den für manchen lästigen Nebeneffekt des Kochens.

Völlig gechillt ist er am Nachmittag, während abends der Schweiß perlt, weil es einerseits ziemlich heiß in der Küche ist - da fällt mir ein, dass jemand mal Beleuchtung konzipieren müsste, die nicht noch zusätzliche Hitze abgibt - und er andererseits das Kochen nicht gerade neu erfunden hat.

Für seine Werbesendung muss Michael schwitzen.

Ob es ihm auch innerlich zu heiß wird, als er seine traurige Hauptspeise auf den Tisch bringt? Lecker geht anders,

während den Gästen und nicht zu vergessen Konkurrenten im Nachtisch die Früchte am besten schmecken. Auch als Gastgeber ist er so unsichtbar wie jemand sein kann.

Da erfreut mich zwischendurch die Story von Julia, die einst Brautkleider-Verkäuferin gelernt hat:

Tatsächlich soll es viele Bräute geben, die ihre Kleider nicht abholen ... Die müssen dann wie Akten jahrelang aufgehoben werden, bevor was mit denen passiert? Dürfen die dann nochmals an andere Bräute verkauft werden?

Und? Bringt solch ein Kleid Unglück?


Viele viele Punkte

hat nur der Schirm, den Julia am Ende aufspannt - welch ein Regie-Einfall, denn es regnet nicht einmal. Aber der Schirm als Gegenstück zu den heute vergebenen Punkten macht was her.

Insgesamt bekommt Michael nämlich nur sechsundzwanzig Pünktchen,

wobei Rosemarie sich gerade mal drei abringen kann.

Hat sie etwa noch nie "Das perfekte Dinner" im Fernsehen gesehen, und warum geht ihr kein Licht auf,

dass man sich mit solch einer ziemlich miesen Bewertung

keine Freunde macht: Weder vor Ort noch vor den Fernsehschirmen.

Allein dafür, dass Michael sich durch die Hitze seiner Küche kämpfte, hätten ein paar mehr Punkte möglich sein müssen.

Lady Marmelade Rosi muss nun geduckt durch ihr Dorf gehen.


Guten Morgen, Gruß Silvia







Mittwoch, 16. August 2017

16. August 2017 - Elvis Presley: 8. Januar 1935 bis 16. August 1977

Madame Tussauds, London


Elvis

Das vermutlich berühmteste Mutter-Söhnchen aller Zeiten starb heute vor vierzig Jahren, und er lebt immer noch in den Herzen seiner Millionen Fans, die ihm auch nach seinem frühen Tod nicht untreu wurden. Im Gegenteil gewinnt er stetig neue hinzu.

Insgesamt lebte die Familie Presley nach außen hin einen tiefen Zusammenhalt, was für Elvis sicherlich wichtig war, denn als Paradies-Vogel der 50er Jahre war er bei Mitschülern und Nachbarn nicht unbedingt der Angesehendste.

Dass genau sein Auftreten in völlig anderen Klamotten als andere sie zu der Zeit trugen, zu seinem schnellen Ruhm und einer bald weltweiten Beliebtheit beitrugen,

ist eines der Rätsel und lässt sich nur mit dem Spruch erklären: Im eigenen Land gilt der Prophet nichts!

Geboren als ein Zwilling, dessen Bruder tot auf die Welt wurde, hätte er eigentlich zwei Leben führen müssen,

doch bereits mit 42 Jahren starb Elvis.

Seine über alles geliebte Mutter erlebte noch die Anfänge seiner Erfolge, denn sie starb mit 46 Jahren 1958.

Ende 1953 nahm er einen Job als LKW-Fahrer an und rockte nur in seiner Freizeit, bevor er 1954 in den Studios von Sam Philipps entdeckt wurde.

Von dem Zeitpunkt an ging es steil bergauf.

Unterbrochen wurde die Karriere durch seine in Bad Nauheim absolvierte Militärzeit, und zu dieser Zeit lernte er seine spätere einzige Ehefrau Priscilla kennen.

Die Heirat erfolgte 1967, die Scheidung 1973. Aus dieser Ehe ging das einzige Kind des "King", Lisa-Marie, hervor.

Am 16. August 1977 wurde Elvis tot von seiner damaligen Verlobten aufgefunden. In der Folge stritten sich diverse Stellen um die Todesursache,

die sowohl ein Herzversagen als auch eine Polypragmasie annahmen und in jeweiligen Untersuchungen bestätigt gesehen haben.

Am Ende soll es wohl ein Morbus Hirschsprung gewesen sein, der im Zusammenhang mit der Herzschwäche zu einem plötzlichen Herztod geführt hat.

Doch ein "King of Rockn' Roll" ist ohnehin unsterblich, was seine posthumen Erfolge bis heute bestätigen.

"Er mag in seinem Schuppen geboren worden sein,
doch er war dazu bestimmt,
mit dem Wind und den Sternen zu reisen." - abgewandelt, Autor unbekannt

Und darauf jetzt ein bisschen Rockn' Roll oder den Schmuse-Rock

"Are You lonesome tonight" -

von dem ich gar nicht wissen möchte, wie oft sich diese Scheibe zu gewissen Anlässen gedreht hat:

 Einmal durch das ganze

Universum

bestimmt.


Guten Tag, Gruß Silvia


15. August 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag im Chiemgau/Schonstett bei Julia

Vorspeise: Vanillegarnelen an Avocado-Mango-Salsa
Hauptspeise: Vegetarisches Zitronencurry à la Julia
Nachspeise: Zweierlei Sommercremes im Schokokörbchen


Pünktchen und Jule

Jules kleines verwinkeltes Häuschen mit einem Eingang, der so versteckt liegt, dass ihn nur Eingeweihte finden

hat ihr Refugium "Villa Kunterpunkt" genannt,

denn sie liebt es nicht nur bunt, bunt, bunt -  um vollständig bunt zu sein, müssen überall Pünktchen das Bunte zusätzlich schmücken.

Ob sie auch Pünktchen auf den Zähnen hat, ist auf die Schnelle nicht herauszufinden ...

Vom Vater ihres kleinen Sohnes lebt sie getrennt, doch das Verhältnis ist das allerbeste, aber bereits soweit Vergangenheit,

dass sie ihren Traummann heute öffentlich beschreibt:

Bärtig, tätowiert, er muss gern feiern gehen, aber ebenso gerne arbeiten, kinderlieb muss er sein, denn ihr Sohn ist ihr Ein und Alles.

Kinderlieb sind sicher viele Männer - aber die übrige Beschreibung schränkt das Finden einer neuen Liebe via Bildschirm sehr ein.

Da fallen die meisten Wunsch-Kandidaten bereits durchs Raster, weil sie vergeben sind - und die drei übrig gebliebenen werden vermutlich kein Interesse haben

an dieser oberflächlichen Beschreibung von gewünschten Äußerlichkeiten.

Rein optisch würde Heinz die Kriterien erfüllen ... aber Heinz ist 17 Jahre älter als sie. Zwar hat sie keine Altersbeschränkung angegeben, aber das hat sie vielleicht nur vergessen ...

Heinz seinerseits hat nicht vergessen, seinen Geburtstag, den er am Vortag beging, zu erwähnen, denn er wollte der ersten Gastgeberin nicht die Show stehlen.

Heute gibt es ein kleines Gläschen extra auf seinen Geburtstag -

während Jule schnell wieder in ihre Küche rennt, damit alles auf den

Punkt

genau auf den Tisch kommt.

Dreißig Punkte sind das Ergebnis am Ende des Abends.

Dreißig Punkte, die in dem ganzen Gewimmel von Millionen von anderen Punkten überhaupt nicht mehr auffallen.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 15. August 2017

14. August 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag im Chiemgau bei Josefa

Foto: Uli P./Chiemgau


Vorspeise: „Antipasti auf bayrisch“: Spinatrolle mit geräucherter Forelle, Obatzda und Radieserlaufstrich
Hauptspeise: Schweinelendenbraten mit Kartoffelgratin und Beilagensalat
Nachspeise: „Beeren-Trio“ Himbeerschnitte, Erdbeermousse und Ambrosiacreme mit Heidelbeeren


Genießer unter sich

beschreibt Josefa am Ende die Runde, denn wer nicht genießen oder zum Genuss anderer beitragen kann, ist in der Sendung "Das perfekte Dinner" fehl am Platze.

Soviel zu den Illusionen ... und ab sofort halten wir uns wieder an die Tatsachen, die manchmal etwas Perfektem nahe kommen, es selten sind - und meistens dem vorgegebenen Titel nicht mal nahe kommen.

Demgegenüber steht die wunderschöne Landschaft des Chiemgau. In einem kleinen Ort namens Höslwang lebt Josefa in dem Vorort Obergebertsham, und es ist idyllisch und ruhig und beschaulich -

bis Josefa die Tür öffnet und zu sprechen anfängt:

Wird anfangs ihre schrille Stimme noch durch die Antworten oder Fragen von Daniel Werner herunter gedimmt,

geht sie später völlig ungebremst auf die Gehörgänge los.

Das permanente Ohrengeräusch vermindert bei mir ein bisschen die Aufmerksamkeit, aber der Vorspeisen- und Nachspeisenteller sehen gut aus, soviel bekomme ich mit,

während der Hauptgang im Fleischbestandteil recht trocken rüber kommt.

Sie benutzt - anstatt selber eine Brühe zu kochen - eine "gute" fertige. Die Präposition rechtfertigt natürlich alles -

und schlägt manchem Gutgläubigen ein Schnippchen.

Selber würde Josefa, die als Altenpflegerin arbeitet, ihr Dinner mit hervor- und herausragenden neun Punkten bewerten,

doch das wahre Leben bringt ihr

siebenundzwanzig Punkte ein.

Wie der letzte Abend der vorhergehenden Woche endet auch dieser erste in der neuen Woche an einem Lagerfeuer. Die Nachtisch-Teller fest in den Händen haltend,

fehlen definitiv Getränke in der Hitze der Nacht und Nähe des Feuers.

Wenigstens trägt Julia zu meiner Freude - wegen des Nicknames - ein Bienenkörbchen als Frisur, und so etwas sieht man selbst hier in meiner Großstadt selten.

Allen hoffentlich viel Freude an dieser schönen Landschaft - und wenn es gut ausgeht, wird auch noch hervorragend gekocht.


Guten Morgen, Gruß Silvia

Montag, 14. August 2017

14. August 2017 - Sorgen im Schlaraffenland ...



Sorgen im Schlaraffenland

Ein bisschen übertrieben ist es natürlich, gleich von Sorgen im Schlaraffenland zu sprechen, denn die Einwohner kennen kaum dieses Wort

und leben durchweg eintönig durch ihre mit Köstlichkeiten und wunderschönen Kleidern bestückten Tage. Man kann sagen, dass sie in den Tag und die Tage hineinleben,

sich um nichts kümmern müssen  als um ihr leibliches Wohl. Dieses schlägt mit vielen Pfunden zu Buche und lässt die Trägheit von Jahr zu Jahr anwachsen.

Bis vor etwa zwanzig Jahren haben sie sich noch ineinander verliebt und als einzigen Akt der größeren Bewegung als der von einer kulinarischen Köstlichkeit zu nächsten,

für Nachwuchs gesorgt.

Diese durchweg leidenschaftlichen Gefühle sind dem dauernden Völlegefühl zum Opfer gefallen, und es gibt keine Kinder mehr.

Das Leben ist geprägt von der bei allen beliebten Langeweile, und es hält keine Abenteuer bereit, die einen Ausweg aus dem täglichen Dilemma

des stupiden Miteinanders aufzeigen könnten.

Trotzdem sind die Schlaraffianer eine durchaus zufriedene Volksgruppe, denn mit welchem Recht könnte man schon bedauern,

immer satt, mehr als satt sogar, zu werden und ein Leben ohne Sorgen zu führen?

Die Köpfe sind eingerostet, während die Töpfe und Teller immer voll sind. Es gibt Seen aus Milch, Bäche voller Wein und Zuckerschlecken ist an allen Häusern möglich.

Nur einer ist unzufrieden, und er wagt es, diese Verdrossenheit auch zu äußern: Zucker-Joe heißt er, und er ist das letzte geborene Kind und mittlerweile zwanzig Jahre alt.

Sein Herz sagt ihm, dass es noch mehr gibt, als sich den Bauch vollzustopfen, und als er eines Tages erstmalig in einem Bach voller Weißwein sein

eigenes Spiegelbild

entdeckt, ist ihm klar, was ihm fehlt:

Ein zweites Spiegelbild neben seinem, das sich in sein Antlitz verliebt und er ihn ihres. Doch weit und breit gibt es kein Mädchen in einem zu seinem passenden Alter.

Unüblich für einen Schlaraffianer, denn große Anstrengungen werden gemieden,  macht er sich auf den Weg und die Suche durchs ganze Schlaraffenland, aber überall begegnen ihm dieselben Bilder:

Menschen, die träge herumlungern und ihren täglich größer werdenden Leibesumfang feiern.

Recht verdrossen lässt er sich an einem anderen Weißwein-Bach nieder, weint ein paar Tränen, bevor er sich entschließt,

aus dem Bach zu trinken.

Am Ende liegt er weinselig ein paar Erdbeeren pflückend im Gras und zupft an den Zuckerwatte-Wolken.

Zucker-Joe bekommt eine leichte Ahnung davon, wie sein Leben verlaufen wird - aber für heute macht er sich keine Sorgen mehr,

nein,

die verschiebt er weinbenebelt auf morgen.


Guten Morgen, Gruß Silvia




Samstag, 12. August 2017

12. August 2017 - Magische Momente



Magische Momente

Wenn man denkt, sie treffen nicht auf jeden einzelnen Tag eines Lebens zu, dann wird man überrascht sein

von der frühlingshaften Blütenpracht, die uns allen gleichermaßen gilt und magische Momente beschert.

Es gibt genau so viele scheinbar banale Gründe wie es wichtige oder gar dramatische gibt, oberflächliche und tiefgründige wechseln sich ab,

und schon sieht man in ein Augenpaar, das man fortan nie mehr vergisst. Ob man es erstmalig sieht oder zum millionsten Mal ist dabei unwichtig. Man sieht!

Ein Lied oder ein Buch können magische Momente hervorrufen, und die Melodie bleibt unvergessen, sowohl vom Lied als auch von diesem ganz besonderen Buch.

Wer zum erstenmal den Boden seines Traum-Urlaubslandes betritt, kann ebenso verzückt sein wie jene - ich gebe es zu, denn es betrifft weitaus mehr Frauen als Männer -

die sich auf Anhieb und das Geld locker sitzend in ihre Traumschuhe

verlieben.

Die ersten selbst gezogenen und geernteten Tomaten können ein Verzücken hervorrufen, das nicht so schnell zu toppen ist,

es sei denn,

man trifft auf die Augen eines Hundes oder einer Katze,

und ist Knall auf Fall und auf Lebenszeit verloren.

Zwar ist es einfach, sich in ein Tier zu verlieben,

aber wenn die früher beste Freundin, mit der es Streit gab,

sich einem wieder zuwendet,

ist dies ein weiterer magischer Moment.

Wenn man dann den Sinn hinter all dem Unsinn bemerkt,

und nur darauf hofft, eine gute

Prognose

zu bekommen,

dann ist das nicht mehr steigerungsfähig.

Und zu guter Letzt:

Wer jeden Tag einen magischen Moment sucht,

muss nur Augen und Ohren weit

öffnen,

und schon geschieht sie ...

diese tägliche Magie.



Guten Tag, Gruß Silvia