Sonntag, 30. April 2017

30. April 2017 - Walpurgis-Nacht - Gipfeltreffen der Hexen auf dem Brocken



Gipfeltreffen der Hexen auf dem Brocken

Wer als Frau etwas auf sich hält, fliegt heute per Besen-Jet auf den Brocken und trifft dort so manches andere illustre weibliche Wesen.

Donni-Donnerhalls Tochter Ivanka hat die Besen neu designet und so ist jedes der ultimativen Fluggeräte, die ausschließlich am 30. April durch die Lüfte düsen,

mit einem direkten Zugang zum Twitter-Account ausgestattet.

Die Designerin, die ab sofort die Welt regiert,

möchte natürlich nicht,

dass all die heute zu Hexen mutierenden weiblichen Wesen

auch nur einen einzigen Tweet ihres Vaters verpassen.

Überall gibt es heute Besen-Stationen, und die Durchsagen kurz vor dem Abflug

durfte Heidi Klum einsprechen.

Der Grund für die Wahl des Heidi-Stimmchens liegt auf der Hand:

Wenn man sie reden hört, fliegen die Frauen auf ihren Besen um so schneller in Richtung Blocksberg, um diesen

Misstönen rasch und rascher zu entkommen. Ein sehr intelligent erdachter Düsenantrieb für alle Besen.

Für Heidi selber steht heute kein Besen bereit, denn sie ist glatt durch den Stimmen-Test für die Blocksberg-Qualifikation gefallen,

aber sie beobachtet mit ihrem Vito den Himmel, der sich langsam schwarz verfärbt.

Inzwischen sieht man neben dem vielen Schwarz auch

die Tweets von Donald, The Trump(el), die ihren Weg in den Himmel des

30. Aprils gefunden haben.

Die ersten Hexen erreichen den Blocksberg, und sie stellen Besen und Twitter am Rande des Wetters ab.

Viel Freude für alle, die heute in den Mai tanzen

und auch für die, die nicht in den Mai schunkeln.


Guten Tag, Gruß Silvia



Samstag, 29. April 2017

29. April 2017 - Jeden Lebensweg begleiten Gräber.



Jeden Lebensweg begleiten Gräber

Kein noch so geringes Lebensalter und auch nicht die Schuldlosigkeit auf dem Konto des Lebens befreit den Menschen davon,

den einen oder anderen lieb gewonnenen oder geliebten Menschen auf dem letzten Gang begleiten zu müssen.

Neben dem Tod eines ihm angehörigen Menschen ist der Gang zu seiner Beerdigung die schwerste Leistung, die das Leben ihm abverlangt.

Kinder müssen vor der Zeit gehen, alte Menschen in einer der Erfahrung angemessenen Zeit, während sehr alte Menschen manchmal denken,

sie seien vergessen worden (ich treffe öfter einen auch schon recht betagten Hundebesitzer im Wald, dessen Mutter in der nächsten Woche 106 Jahre alt wird).

Es sterben Menschen bei Unfällen oder an Krankheiten, und kein Lebensalter ist ein gesicherter Garant dafür, dass der Tod nicht mal eben böse um die Ecke guckt.

Eltern verzweifeln, wenn ihre Kinder vor ihnen den letzten Weg antreten,

während das Leben

da draußen und bei all den anderen Menschen

genau so weiter geht wie vor dem Verlust.

Die Sonne geht wieder auf, viele beklagen das schlechte Wetter,

während die Trauer in den Seelen der einzelnen ungesehen bleibt und auch unbeklagt.

Man lebt weiter, man kann auch gut weiter leben - denn Verluste gehören ebenso zum Leben wie Gewinne.

Die Menschen haben sich für Trauer ihre ureigenen Orte geschaffen, die Friedhöfe:

Dort halten sie Zwiesprache an den Gräbern ihrer Lieben, ihrer Unersetzlichen. Sie können ihnen nahe sein, und dennoch sind sie von ihnen an jedem Gedenkort der Welt so weit entfernt,

wenn sie die verlorenen Menschen nicht auch in ihren Seelen tragen.

In dieser Woche hatte ich eine Begegnung mit einer "flüchtigen Bekannten", die mir ihre schlimme Geschichte erzählt hat:

Die ältere Frau - ich schätze sie auf Mitte ihrer siebziger Jahre - hat vor einigen Jahren

ihre Tochter durch Krebs verloren. Von der anderen Tochter ist der Mann an einem malignen Melanom verstorben, gerade mal etwas über 50 Jahre alt,

verursacht durch eine große Brandwunde in seiner Jugendzeit.

Aber das reicht noch nicht: Sie hat eine Enkelin, die mit 15 Jahren ins Koma fiel - und noch heute mit 23 Jahren schläft.

Sie kümmert sich um das Grab der Tochter, besucht jedoch die Enkelin nicht mehr ... Davon darf man halten, was man möchte.

Ich selber besuche nicht die Gräber meiner Lieben, und nicht nur, weil sie an vier verschiedenen Orten beerdigt wurden,

sondern weil mir Gräber gar nichts geben, nichts sagen, nichts bedeuten.

Ich denke jeden Tag an sie. Die paar Male, als ich an ihren Gräbern war,

habe ich Blumen aus dem Papier gepellt und dort herum gestanden, ohne dass ich eine Gefühlsregung hatte.

Sie sind nicht dort, sie sind in meinem Kopf - und der schaltet an den Gräbern einfach ab.


Guten Tag, Gruß Silvia


Freitag, 28. April 2017

28. April 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Hamburg bei Oliver

Turf: England

Surf: Hawaii


Vorspeise: Geschichteter Lachstatar mit Meerrettich-Schmand-Crème auf Tomaten-Carpaccio
Hauptspeise: Surf & Turf (Rinderfilet und Riesengarnelen) mit Oliven-Semmelknödel und Paprika-Zuckerschoten-Gemüse
Nachspeise: Schokoladenkuchen auf Blaubeeren




Ehrliche Worte

übers Schwulsein findet Oliver  der es mit der tatsächlichen Akzeptanz seiner Eltern nicht einfach hatte,als er sich als schwul geoutet hat. Er kann seine Eltern und die Umwelt verstehen,

ich in der heutigen Zeit nicht so ganz,

außer, dass Michaels Eltern vermutlich auf Enkelkinder verzichten müssen.

Da es hier kein Off Topic gibt, erzähle ich mal von mir: Mit etwa 18 Jahren hatte ich die ersten Begegnungen mit Schwulen. Von daher gehört diese Lebensart zu meinen selbstverständlichsten überhaupt, Ich kenne es, es ist mir nie fremd gewewesen.

Gut, öfter war ich als einzige junge Frau zu Gast bei einer Horde von Schwulen - und da haben sie sich mal so richtig locker gemacht, und ich dachte glatt, dass ich die Runde als Außerirdische dominiere.

Aber ich habe die einzelnen auch allein kennengelernt. Der eine, ein Architekt, wollte damals sogar heiraten, um seinen Eltern einen "Gefallen" zu tun ...Niemals werde ich dieses Gespräch vergessen.


Ich war zu jung, um ihm einen Rat geben zu können.


Er liebt es, seine Gäste zu entertainen

und bittet sie, Tanzkleider auf einem Clip-Chart zu entwerfen, denn man weiß ja nie, wie man vom Dinner profitieren kann. Und es kommen sogar brauchbare Entwürfe,

denn alle sind wohl Seher der Sendung "Let's Dance" (kann ich leider nicht mitreden, nie gesehen)

an der Oliver  teilgenommen hat und die laute Brigitte Nielsson übers Parkett

geschleift hat.

Lady Gaga hat er durch die Show und Brigitte kennen gelernt,

ohne selber gaga geworden zu sein.

Beinahe ist Oliver in eine falsche Gruppe einsortiert worden,

denn beim Promi-Dinner hätte er ebenfalls  absahnen können.

Doch er ist hier angekommen,

neben dem lieben Michael mit seiner doch etwas spinnerten Wohnung,

der Claudia, die keine Privatsphären privat lässt,

Natascha, die  noch rasch -  zu meiner Freude - am Simple-Burger-Sieg vorbei schrammt -

und Irmgard, die heute wieder fröhlicher aussieht als gestern.

Oliver geht über Los, zieht 3.000 Euro mit fünfunddreissig Zählern ein

und lädt seine Mitstreiter

für satte 1.000 Euro zu einem gemeinsamen Abend ein.


Trotzdem:

Ich möchte gern wieder 40 Punkte für Daniel geben, dem ich in dieser Woche insgesamt

nur zehn geben kann.


Guten Abend, Gruß Silvia


28. April 2017 - F l ü c h t i g e Bekannte



F l ü c h t i g e   Bekannte

Man trifft sie immer und überall, man kennt sie mehr oder weniger, und manchmal sieht man sie wirklich lieber

flüchten

als stehen bleiben.

Es sind Leute, die man in Urlauben trifft, und wenn man Glück hat, sich an sie zu erinnern, dann nur deshalb, weil sie auf irgendwelchen Fotos verewigt sind.

Viele leben in der direkten Nachbarschaft und man sagt "Guten Morgen", "Guten Tag", "Guten Weg" - und manchmal fragt man sie auch, wie es ihnen geht,

und sich selber fragt man dann, ob die Antwort auf diese Frage einen wirklich interessiert.

Doch man selber ist auch eine flüchtige Bekannte von vielen Menschen, und vor dem einen oder anderen ist man selbstverständlich

permanent auf der Flucht und mag ihn nicht Auge in Auge treffen,

während einem andere sympathisch sind.

Immerhin hat das geflügelte und leicht dahin gesagte Wort: "Flüchtige Bekannte"

in der Tat und am Rande etwas mit Flucht zu tun.

Und mit dem normalen Interesse an Menschen, die man nicht näher kennt oder auch nicht näher kennen lernen möchte,

ohne sie oder um sie doch abzulehnen,

im eigenen Leben eine Rolle zu spielen.

Als "Mama" von zwei kleinen Hunden

habe ich natürlich mehr flüchtige Bekannte als die Hunde losen Menschen.

Da lernt man die Flüchtigen schon mal richtig kennen - und schätzt sie entweder, ohne sich gleich befreunden zu wollen

oder möchte ihnen am liebsten den Status verleihen:

Flucht für immer geglückt! Nie wieder gesehen!

Gibt es als Alternative zu den flüchtigen Bekannten auch die bleibenden Bekannten?

Nicht offiziell und sicher auch nicht laut Duden.

Aber ich liebe unsere Sprache, die voller Geheimnisse ist, die man öfter mal hinterfragen kann - denn nur dann findet man auch Antworten,

denn wirklich flüchtend sind flüchtige Bekannte natürlich nicht:

Sie sind nur Menschen, die man kennt, ohne sie wirklich zu kennen. Von denen man das eine oder andere Intime sogar weiß, weil sie es einem

erzählt haben (in schwachen Momenten), ohne dass man sie zwangsläufig zu seinen Freunden zählen kann.

Ein Hoch auf die flüchtigen Bekannten.


Guten Tag, Gruß Silvia




27. April 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Hamburg bei Michael



Vorspeise: Geflügelstrudel auf Blattsalat
Hauptspeise: Hirschkalbrücken mit Wirsing und Semmelknödeln
Nachspeise: Mini-Eisbomben mit Eierlikör auf einem Fruchtspiegel


Mit einem Wow-Effekt

von jedem, der Michael und seinen Mann Sven besucht, beginnt die Führung durch beider Leben und pompösem Wohnen. Die Wohnung ist bis zum Anschlag vollgestellt mit Fundstücken, Raritäten und Antiquitäten - so genau kenne ich mich nicht aus. Und in der Vielzahl der Gegenstände verschwinden einzelne leider gnadenlos.

Gern würde ich das Gäste-Klo sehen, aber wenigstens öffnet Sven bei einer Führung das Schlafzimmer,

und zu diesem habe ich eine Meinung, auch, wenn mich das überhaupt nichts angeht:

Wer in diesem Raum in aller Schlummer-Ruhe und ohne Albträume schlafen kann, der muss ein völlig anderes Gemüt als ich haben. Ich bin hart im Nehmen, aber nachts möchte ich meine Ruhe haben - und selbst mit geschlossenen Augen hätte ich diese überladene Dunkelheit noch im Blick, im Sinn, in der Seele.

Eine ägyptische Grabkammer ist freundlicher.

Wie finden sich zwei Menschen, die den gleichen Geschmack haben und somit den doppelten Sammler geben? Ist das Zufall? Hat einer den anderen überzeugt? Hat sich das einfach irgendwann mal so ergeben?

Heute ist der Zeitpunkt, an dem ein Dinner-Teilnehmer einen Aufruf für eine verantwortungsvolle Putzfrau starten könnte,

denn zwei berufstätige Männer können all das doch nur in Nachtschichten sauber halten. Und verantwortungsvoll muss solch eine "Perle" schon sein,

denn es gibt viele zerbrechliche Stücke im Hause des Ehepaares.

So dürfen die Gäste mit ihren Aperitif-Gläsern nicht anstoßen: Scherben-Gefahr!

Irmgard fühlt sich erschlagen, Natascha glaubt sich in einer Freak-Show, während Oliver das spooky findet.

Das Dinner

spielt am Rande auch eine Rolle. Claudia fühlt sich wieder wie zu Hause, als sie den Mitstreitern aus der Hausbar etwas anbietet. Unterdessen zaubert Michael dieses und jenes Gelungene auf den ebenfalls überladenen Tisch, und man denkt bereits, dass eine glatte Vierzig Einzug in diese Hallen des kompletten Wahnsinns Einzug halten,

als Irmgard sich zu langweilen scheint oder einfach nur müde ist

und auch die anderen eher von der Umgebung geblendet sind als von dem, was auf den Tellern ist.

Claudia bewertet nicht nur das Dinner, wie sie sagt, sondern das Rundumpaket. Das bedeutet für sie, acht Punkte zu geben.

Irmgard und Natascha zücken auch die acht, während Oliver sich zu mickrigen, geizigen

sieben Zählern verleiten lässt.

Das sind in der Summe einunddreissig Umdrehungen.

Somit liegt Natascha mit ihrem Schmuddel-Burger-Dinner auch weiterhin an der Spitze der Runde und meinem Unverständnis

dieser Bewertung gegenüber.

Als allerletztes fällt mir ein, wie sehr ich vorsorglich schon mal die bewundere - oder sollte ich sie beneiden? - die eines fernen Tages,

wenn Michael und Sven nicht mehr auf der Erde sind,

diesen pompösen Palast ausräumen dürfen/müssen.

Geplättet von soviel Glanz, Gloria und Dunkelheit wünsche ich den beiden einen neuen, schönen Putztag in ihrem pompösen Paradies.


Guten Morgen, Gruß Silvia

Donnerstag, 27. April 2017

26. April 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Hamburg bei Natascha



Foto: M. M. - Ein viel schöneres Bett als das aus der Sendung


Vorspeise: "Butter bei die Fische" - Lachstatar mit Homemade-Brot und "Surprise Surprise"(Lachskaviar)
Hauptspeise: "Schietbüdel" - Widerlich aussehendes Labskaus in Schön und vom Feinsten
Nachspeise: "Nich' lang schnacken, Kopp in' Nacken" - In Alkohol getränktes Schokostück mit `nem Schlach Simsalabim-Eis' (buntes Mohn-Eis)


Mehr Glück als Verstand Können

Natascha gackert die ganze Zeit, denn vermutlich kann sie es immer noch nicht fassen, dass ihre Bewerbung einen Fernsehauftritt zur Folge hat,

obwohl sie durchaus im Bewerbungsbogen ein Kreuzchen bei "Ich kann nicht kochen" gemacht haben könnte. Heute äußert sie es vor der Kamera, gerade noch rechtzeitig, bevor es sowieso jeder merkt.

Sie nimmt an der Sendung teil, weil sie neue Leute kennen lernen möchte, und kommt zu spät, um all die Daniels zu treffen,

und überhaupt lernt man als offener Mensch sowieso immer neue Leute kennen. Ein Spruch also wie aus dem Ratgeber für Zuschauer,

die zum Mitspieler im Fernsehen mutieren möchten.

Natascha arbeitet als Wedding-Stylistin, und das scheint noch mal eine andere Sache zu sein als Wedding-Planner. Sie kreiiert Einladungskarten, sorgt für die Deko einer Hochzeit und sogar ein Brautkleid hat sie schon einmal eigenhändig geschneidert,

das sich wie durch Zauberhand in ihrer Wohnung befindet und vorgeführt werden darf. Was würden die Gastbräute aus "Vier Hochzeiten und eine Traumreise"

wohl zu diesem Modell sagen?

Nachdem Wichtiges abgearbeitet ist, baut sie nach und nach in ihrer Küche das Chaos auf. Struktur war gestern, heute ist es nur noch "modern",

denn wenn sie in Pfannen rührt oder Teller anrichtet,

sieht alles ziemlich gut aus. Das aber ist der neue Kameramann, der dies so beliebig ins bestmögliche Licht rückt wie es wohl auch in allen anderen Koch-Sendungen passiert. Innovativ geht anders. Sich vom Mainstream abzuheben, auch.

Die lustige Runde stört das zumindest zum Teil nicht, denn fröhlich geht es mit dem Verkleiden von Nataschas Outfits weiter ... ob es allen gefällt, erfahren wir nicht, denn es gibt dazu keinerlei Kommentare von den Gästen.

Der Hauptgang kommt als Burger auf den Tisch, und bietet kein gutes Bild,

das nur noch getoppt wird vom

Essen der Nachspeise im Bett. Dies geschieht auf ausdrücklichen Wunsch der Gastgeberin, und so endet der Abend jenseits des guten Geschmacks:

I c h   möchte und würde nicht in fremden Betten essen. Eine Horde Mitbürger zum Essen in mein eigenes Bett einzuladen, ist mir auch im Traum noch nie eingefallen.

Für ihren Abend darf sich Natascha zusätzlich zu dem Küchen-Wahnsinn wahnsinnig unverständliche vierunddreissig Umdrehungen aufs Konto schreiben.

Damit liegt sie bislang an erster Stelle, und ich möchte gar nicht nachrechnen, wie viele Flaschen Jägermeister man

für 3.000 Euro kaufen kann. Ich weiß ja nicht mal,  wie viel solch eine Flasche kostet,

aber der Schnaps hat hier wohl einen Ticken weit zum guten Ergebnis beigetragen.

Nur Daniel scheint keinen Schnaps bekommen zu haben, denn seine herunter gebeteten Sprüche hören sich müde an, sehr müde ...


Guten Morgen, Gruß Silvia





Mittwoch, 26. April 2017

25. April 2017 - ZDFneo - Friesland: Irrfeuer und andere Krimis aus Leer



Irrfeuer

Diese Filme aus der Reihe humoriger Krimis sind sicherlich keine Irrfeuer, sondern eine leichte Reise in den Abend,

und wenn es ein bisschen nach Marihuana duftet, dann ist das genau so gewollt:

Eine der fünf Hauptrollen spielt Matthias Matschke, und er ist der ewig klamme Bestatter Wolfgang Habedank,

der sicherlich jeden Tag Habe Dank sagt zu dem, was er im Keller hat:

Eine Hanf-Plantage vom Feinsten, und neben viel Licht wird dieser auch viel Aufmerksamkeit gespendet.

So treffen sich Habedank und der Hafenmeister (der leider in der Folge "Irrfeuer" nicht mitwirkt) Günesh Özlügül (Tayfun Bademsoy), um hier mal so richtig abzuhängen und dem Lieben Gott für die Wunder der Natur zu danken.

Auf eine ganz andere Art dankbar ist die Apothekerin Insa Scherzinger (köstlich: Theresa Underberg), die nur eines noch mehr liebt, als Pillen zu drehen und zu verticken und sich zur Not auch an den entsprechenden  Konsum der einzelnen Kunden zu erinnern - Sie liebt Mordopfer,

denn sobald ein Tod in Leer unklar ist, macht sie sich illegal und völlig unauthorisiert, aber mit großer Leidenschaft an die Leichenschau und Autopsie. Sie ist die begabteste und begnadetste

Hobby-Forensikerin

und das nicht nur von Leer, der Ort, in dem die Reihe spielt.

Das geschieht sehr zum Unwillen des Hauptkommissars Jan Brockhorst (Felix Vörtler), der erst für jeden Mord aus Kiel anreist, dann jedoch nach Leer

strafversetzt wird. Ihm macht nicht nur Insa zu schaffen, sondern auch die Kollegen in Uniform treiben ihn in den Wahnsinn:

Jens Jensen (Florian Lukas)  und Süher Özgülül (Sophie Dal), die auch noch die Tochter des Hafenmeisters ist.

Die Uniformierten überschreiten ständig und gern ihre Kompetenzen, doch langsam findet sich der Hauptkommissar auch mental in dem Ort ein,

der Leer heißt, aber nicht leer von Ereignissen vieler Art ist.

Mord gehört dazu. Aber neben den Aufklärungen mal einen Hasch-Keks oder ein Pfeifchen zu genießen,

macht den Kopf frei und am Ende

klärt sich jedes Verbrechen mit der tatkräftigen Hilfe der Aushilfs-Forensikerin Insa und zur Freude der Zuschauer auf.

So amüsant werden Polizei, Apotheker und Bestatter selten auf einmal auf die Schippe genommen.

Ich kann mich gar nicht entscheiden,

wer von den fünf Hauptpersonen mir am besten gefällt.

Oder doch? Ja, es ist die gewiefte Apothekerin Insa. Sie trägt auch den schönsten Ostfriesennerz von allen.


Guten Tag, Gruß Silvia

25. April 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Hamburg bei Irmgard






Vorspeise: Carpaccio von Lachs und Jakobsmuschel
Hauptspeise: Rinderfilet mit Tomaten, Pinienkernen und Basilikum, dazu Saisongemüse
Nachspeise: Profiteroles gefüllt mit Bayrisch-Creme, dazu Eis und frisches Obst


Das bisschen Haushalt ...

erledigt Irmgard mit links, und es ist viel zu tun in ihrer schmucken Umgebung. Überdies steht für die studierte Ökotrophologin und spätere Hauswirtschaftslehrerin in diesem Jahr noch ihr 75. Geburtstag und der

50. Hochzeitstag

an. Ein paar Tipps am Rande für eine langlebige Ehe gibt Irmgard den Zuschauern als Beilage zum Menü mit auf den Weg.

Unterdessen hört sich Daniels Stimme traurig an, denn als Stichwortgeber ist er doch recht unterbeschäftigt in dieser neuen Show,

in der jeder Handgriff von Irmgard, so aus der direkten Nähe gefilmt, aussieht wie ein Intro für eine eigene Haushalts-Sendung.

Haushalts- und nicht Kochsendung, weil Irmgard den Zuschauern auch locker vermitteln könnte, wie man bügelt, Wäsche wäscht, das Frühjahr putzt und was einem noch so als dringende Erinnerung "Das ist auch mal wieder fällig" in den Sinn kommt.

Während ich mich noch frage, was aus den Autoren dieser Sendung geworden ist und für wen sie nun schreiben,

sind auch schon die Gäste da. Autorenfreies Fernsehen? Dafür viel Geplapper, während Daniel seine Stimme dafür hergibt, um Fragen erneut zu stellen, die ein Redakteur bereits vor Ort gestellt hat -

aber nicht mit dieser interessanten Stimme vom Dinner.

Oliver hat auch eine sexy Stimmlage, falls er nicht doch momentan nur heiser ist. Claudia fühlt sich gleich wie zu Hause, und ein Griff in Irmgards Kühlschrank ist nicht mehr weit.

Es wird geplappert wie im richtigen puren Leben - aber das bringt Unruhe in die Chose.

So wie auch Claudia für Unruhe sorgt, als Irmgard ihr die Vorspeise hinstellt und sich gleichzeitig erinnert, dass die Drillingsmutter Fisch gar nicht so gerne mag. Doch das ist kein Problem, und im Nu hat Claudia Brot, Butter und

Gänsestopfleber

auf einem Tellerchen. Weil Irmgard nicht jedem zutraut, mit allem umgehen zu können, schmiert sie ihr das Bütterchen gleich mal - ohne Rücksicht auf ihr unappetitliches Pflaster an einem Finger.

Es wird auch noch getanzt. Oliver dreht die Musik auf, nachdem allen bekannt ist, dass Irmgards Mann Hans

nicht unweit davon bereits schläft.

Und ich denke an die arme, mit Gewalt gestopfte Gans, deren Leber so lange

krank

gemacht wurde, bis sie als Delikatesse galt.

Seltsam!

Irmgard bekommt genau so viele Punkte wie Claudia am Vortag: Einunddreissig.


Guten Morgen, Gruß Silvia




Dienstag, 25. April 2017

24. April 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Hamburg bei Claudia


Vorspeise: Rote, scharfe Linsensuppe mit einer Schokoladennote
Hauptspeise: Schokoladengulasch an Süßkartoffeln
Nachspeise: Avocado-Schokoladenmousse, Schokokuchen



Noch nicht mal Mai ... und schon ist alles neu

Das perfekte Dinner hat renoviert:

Aber das eine oder andere wirft schon mal Fragen auf, zum Beispiel nach dem tieferen Sinn des Labels, in dem "Das perfekte Dinner" steht und welches von einem Extra-D umrandet wird.

Dinner auf Doppel-D aufgepuscht? D für Daniel oder einfach ein D, das überflüssig und sinnlos in der Gegend rum steht?

Denn offenbar hat Daniel nun vor, Kurzarbeitergeld zu beantragen, so wenig darf er noch sagen. Die Hauptrolle hat nun vielleicht der Kamera-Mann inne,

der durch eine rasante Kameraführung vortäuscht, dass nun alles auf modern getrimmt ist.

Mir wird leicht schwindelig an diesen und jenen Stellen,

und das Tatort-Intro fällt mir ein:

Selbst Til Schweiger konnte nicht an dem seit über vierzig Jahren bestehenden Eingangs-Motiv etwas ändern,

und das war auch gut so.

Ferner bekommen die zu bekochenden Gäste keine Speisekarte mehr in die Hand gedrückt, es gibt keine Zwischeninterviews nach und zwischen jedem Gang,

und es wird insgesamt nicht einfach, sich an die neu renovierte Bude zu gewöhnen. Wenn man es denn überhaupt will:

Denn etwas ist geblieben wie es immer war:

Heute kocht Claudia. Claudia ist 40 Jahre alt und Mutter von Drillings-Söhnen. Aber mit Kochen hat sie nicht viel am Hut  ... Sie kocht eher selten.

Da jeder Mensch aber jeden Tag essen muss, bleibt die Frage, wer bei ihr zu Hause kocht: Ihr Mann, eines der drei Kinder?

Auch Probe gekocht hat sie ihr Schoko-Menü nicht. Sie hofft einfach, dass es allen einschließlich ihr selber schmeckt.

Schon vor der Werbepause ist sie mit ihrem Dinner durch, darf sich einunddreissig Punkte einstreichen - und wer nun auf die große Überraschung nach der Werbung hofft,

wird enttäsucht:

Es folgt eine ausführliche Verabschiedungs-Szene, geprägt von fehlenden anderen Einfällen - diese letzten Minuten kann man sich schon mal sparen.


Vielleicht fällt für den einen oder anderen Zuschauer im Rahmen der Einsparmaßnahmen auch noch der eine oder andere Teil des Dinners weg,

bevor sich die neue Titelmelodie überhaupt einprägt.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Montag, 24. April 2017

23. April/30. April und 7. Mai 2017 - ZDF - Dreiteiler "Honigfrauen"

Foto: S. B.


Honigfrauen -
1. Urlaub im Paradies
2. Verrat im Paradies
3. Hochzeit im Paradies


DDR 1986: Catrin und Maja erhalten die Erlaubnis, Urlaub am Balaton machen zu dürfen. Sie wollen die schönste Zeit ihres

Lebens genießen,

aber es kommt alles völlig anders als man es für einen Urlaub plant.

Catrin, die Ernsthafte und Maja, die Lockere, lernen gleich zu Beginn Tomás, den ungarischen Hoteldirektor kennen.

In seinem Hotel urlauben jedoch nur Westdeutsche,

und es kommt zum Ausdruck, dass jeder aus dem Osten gleich verdächtig ist, wenn er sich in dem Hotel nur blicken lässt. Die Stasi soll selbst am Balaton ihre Landsleute bespitzelt haben.

Der erste Teil dümpelt ein wenig unentschlossen vor sich hin. Man bewundert die Vertrauensseligkeit der beiden jungen Frauen,

als sie anderen jungen Leuten aus ihrem Land begegnen.

Doch bereits zum Ende des ersten Teils und im zweiten und dritten geht die Post ab:

Nichts bleibt wie es vorher war. Der eine wird unfreiwillig zum Stasi-Spitzel, während andere wiederum zu Fluchthelfern mutieren.

Als Nebenhandlung erscheint auch noch Catrins richtiger Vater (Dominique Racke) am Balaton und macht sich entweder als Stasi oder Spanner verdächtig,

während er jedoch aus dem Westen kommt und nur seine Tochter einmal in seinem Leben sehen möchte. Erst in Teil drei erfährt Catrin, wer ihr wirklicher Vater ist,

und dieses Geheimnis der Mutter treibt auch die Mutter selber an den Balaton.

Während die Mädchen eine Genehmigung für die Reise brauchten, reisen Kirsten und Karl Streesemann problemlos und ziemlich spontan an.

Ein bisschen Logik muss dem zügigen Fortgang der Handlung zum Opfer fallen. Auch, dass Tamás sich sofort derart für die beiden Mädchen interessiert und alles stehn und fallen lässt, sobald eine oder beide mal wieder in seinem Hotel auftauchen,

ist nicht schlüssig, denn Liebe auf den ersten Blick zu der einen oder anderen, merkt man ihm wirklich nicht an.


Verrat und Verräter


Letztendlich bleibt nichts mehr ein Geheimnis am Balaton, denn jeder hat jemandem, dem er vertraut, und erzählt diesem brühwarm

weiter, was in Sachen Fluchthilfe in den Westen abgeht.

Dabei bleibt die Frage, ob man wirklich so schnell Zutrauen zu vor kurzem noch fremden Menschen fassen konnte,

wenn manche nicht mal den eigenen Familienangehörigen trauen konnten?

Doch die Trilogie läuft unter dem Label: Herzkino! Obwohl es eher ein Melodram ist, und am Ende ist auch nicht alles wieder gut.


Bezaubernd

ist besonders die erlebnishungrige Maja (Sonja Gerhardt), die heute diesen und morgen jenen Mann bevorzugt.

Sie landet am Schluss in Österreich - warum und wieso, möchte ich hier nicht verraten, denn die letzten beiden Folgen stehen noch aus.

Ob sie den Weg zurück findet, bleibt ebenfalls ungeschrieben.

Niedlich ist noch die Aussage in 1986: "Ehe sich Computer durchsetzen, geht die Mauer auf ..."


Von hier aus gebe ich dreieinhalb von fünf möglichen Sternen für den Dreiteiler. Spaß macht das Zusehen auf jeden Fall, auch, wenn man sich hier und da und öfter denkt:

Herrje! Das kann doch nicht wahr sein!


Guten Morgen, Gruß Silvia

Samstag, 22. April 2017

22. April 2017 - Wohlfühl-City



Wohlfühl-City

Das ist die, in denen das Leben tobt, der Dreck auch mal auf den Straßen Müll-Day feiert, und manche Menschen sich in ihr

lieber die Hacken ablaufen

anstatt im Internet zu bestellen.

Natürlich ist es einfacher - und selbst die Auswahl ist wesentlich größer - wenn man online geht, durchzappt, bestellt, um dann weder

die Schuhe anprobiert noch die Hose oder das Kleid oder die Handtasche angefasst zu haben.

Belebte Innenstädte sind jedoch auf dem absteigenden Ast. In nicht allzu ferner Zukunft verschwinden sie vielleicht völlig,

und das ist so traurig,

wie es für mich und meine City-Komplizinnen ist, auf einer Shopping-Tour,

so ganz offline,

nicht fündig zu werden.

Das kann natürlich passieren, aber dennoch

gucke ich anschließend nicht, ob ich online eine Befriedigung meiner Wünsche erreiche.

Oder hat man schon mal davon gehört, dass Online-Shopping

zwangsläufig in der besten Eisdiele der Stadt endet

und man sich den großen Becher reinhaut als gäbe es kein Morgen? Eis, meine Schwach-Stelle, für Eis könnte ich "sterben",

daher bin ich auch ohne Eismaschine glücklicher,

denn sonst würde meine schlanke Figur am Ende sterben. So wie die Innen-Städte.


Zukunfts-Musik

Die Wohlfühl-Cities werden mehr und mehr den Bach runter gehen. Viele möchten nicht mehr in die Stadt gehen,

denn es wird ihnen online einfacher und einfacher gemacht, das nächste Outfit zu ergattern,

während ich gerne in dem letztens erst erstandenen

durch die Stadt

flaniere. Man muss ja letztendlich auch zeigen dürfen, was man hat.

Schön, wenn ich in der City Leute treffe, die ich kenne - gut, einige sieht man lieber von hinten als von vorne - aber alle

gehören zu den liebenswerten Geschöpfen,

die denken wie ich.

Natürlich kann mein Denken nicht zeitgemäß oder falsch sein,

aber ich lasse es mir nicht nehmen,

und in der nächsten Woche bin ich wieder unterwegs, um nach einem Mode-Highlight zu suchen.

Ob ich es am Ende finde oder nicht, ist ohne Belang.

Ich habe meine Beine bewegt, meine Augen bemüht, meine Sinne strapaziert,

und nicht wie blöd auf einen Bildschirm gestarrt.


Hoffentlich sehen wir uns in der Stadt.


Guten Tag, Gruß Silvia


Freitag, 21. April 2017

21. April 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag im Schwarzwald bei Andy


Vorspeise: „Parmigiana di melanzane Amore Mio Basilico“ mit dreierlei Käse
Hauptspeise: „Verführerisches Kalbskarree mit Romanesco-Kartoffelstampf, karamellisierte Feigen an süßem Sherry-Jus“
Nachspeise: „Biscotti con burro“ umschmeicheln Bourbon-Vanillecreme, Vanilleeis mit Himbeeren und dunkler Schokolade


Das schwerste Los eines Mannes
ist das zwischen zwei Zicken

und dies hat der smarte und tolerante Andy erkannt, und daher ist er froh, heute nicht zwischen Neema und Christel zu sitzen,

um sich in die Zange nehmen zu lassen oder wie ein Airbag zwischen zweien zu funktionieren.

Er darf kochen und seine junge Frau vorstellen. Der Mittfünfziger ist gerade wieder Vater geworden, seine Partnerin hat er vor knapp zwei Jahren kennen gelernt - und sie hielt ihn anfangs für schwul.

Solch eine Idee  ist Neema nicht einmal am Dienstag gekommen und sie flirtete auf Teufel komm raus mit Andy,

während sie gleichzeitig teuflisch gegenüber Isabelle war.

Um beim Teufel zu bleiben:

Gibt es einen Teufels-Schein? Denn ein schwarzer Heiligenschein kann es nicht sein, der Christels Silberhaarkranz  umgibt.

Christel lacht permanent wie Jack Nicholson in "Shining", nur dezenter, aber nicht weniger gruselig. Plötzlich schmeckt ihr auch Kälbchen,

sie vergisst glatt ihre Antipathie gegenüber süßen Tieren auf dem Teller,

und säuselt ohne Worte: Was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern, vorgestern und Dienstag?

Golden Girls nennt Andy seine kunterbunte Runde, in der wohl nur Isabelle noch die Bodenhaftung nicht verloren hat -

und dieser Titel mag Neema so gar nicht erfreuen,

obwohl auch sie älter ist als Andys Lieblings-Girl May.

Am Ende dieser Runde bin ich so schlau wie am Anfang und tappe im Dunkeln: Lediglich meine eigene Meinung kann ich einbringen:

Isabelle ist mein dieswöchiger Liebling.

Neema - da bevorzuge ich die Super-Zicker Naomi Campbell, die ihr so ähnlich sehen soll, dass sie den Vergleich nicht mag -

wäre Neema so erfolgreich wie Naomi, sie wäre noch um einiges zickiger als die Super-Model-Diva.

Christel - Nein danke. Ich habe nichts Böses getan, und daher muss ich sie auch nicht treffen, um mir von ihr den letzen Nerv

rauben zu lassen und eine gerechte Strafe zu bekommen.

Andy ist souverän, eloquent, aber ihn  selber lerne ich kaum kennen. Einfach aber hatte er es nicht in dieser kurzen Dinner-Woche

und somit verdient er zu Recht mit achtundzwanzig von dreissig möglichen Punkten den

Pott mit dem Inhalt von 3.000 Euro.

Christel hat das unter anderem möglich gemacht mit ihren zehn Umdrehungen für ihn

und ihrer Aversion für jede weibliche Konkurrenz.

Guten Abend, Gruß Silvia



21. April 2017 - Paul wandert aus - Endlich dort leben, wo Urlauber saufen.

Mallorca


Paul wandert aus - Endlich dort leben, wo Urlauber saufen ...

Auf der Suche nach weitreichender Beachtung seiner geplanten Auswanderung hatte sich Paul an einen Fernseh-Sender gewandt,

um nicht sang- und klanglos, sondern mit großem Spektakel Deutschland den Rücken zu kehren. Die Worte:

Ich möchte dieses kalte Deutschland, nicht nur das des Wetters, hinter mir lassen und auf Mallorca ganz neu anfangen, interessante und warmherzige Menschen kennen lernen -

hatte er in dem TV-Fragebogen formuliert,

und hinzugefügt, dass er für den Neuanfang 50.000 Euro gespart habe, und seit drei Wochen einen Spanisch-Kursus besuchte.

Dies hatte vermutlich dazu geführt, dass der TV-Sender ihn als künftigen Protagonisten der Sendung "If You Leave Germany ..."

knallhart ablehnte.

Paul kam obendrein in den Sinn, dass die Tatsache, dass er polizeitechnisch noch nie auffällig geworden war, in den Augen des Privatsenders auch ein schlechtes Licht auf ihn warf.

Punkt für Punkt seiner sich nachteilig auf die Fernseh-Begleitung auswirkenden Details begann er nun abzuarbeiten:

Den Spanisch-Kurs gab er sofort auf.

Die 50.000 Euro waren ein kleines Problem, aber die Lösung nahte in Gestalt eines Freundes, der schon mehr in den Sand gesetzt hatte - und ihm auch den Ort nennen konnte, an dem man sein Geld mühelos los werden konnte:

Im Spiel-Casino.

Dort verlor er nicht nur all sein Geld, sondern gelangte auch noch in den Status, polizeibekannt zu werden:

Eines Abends fühlte er sich vom Croupier provoziert und verprügelte ihn.

Endlich hatte er genug vorzuweisen, um an der Sendung "If You Leave Germany ..." teilnehmen zu dürfen.

Seine neuerliche finanzielle Bedürftigkeit und die fehlenden Sprachkenntnisse waren hervorragend geeignet,

Paul per Television auf  seiner Auswanderung zu begleiten.

Überglücklich begab Paul sich in die Hände derer, denen nichts heilig ist.

Sie begleiteten ihn auf der Job-Suche ebenso wie an die einsamen Strände, an denen er von seinem nun traurigen Leben erzählen konnte.

"Endlich dort leben, wo Urlauber saufen", weinte Paul in seinen Wodka, und der Macher im Hintergrund rief:

"Mehr, mehr!"

Paul starrte den Mann an, und dann überkam es ihn wie in einem Befreiungs-Rausch:

Er schlug wild um sich.

Am Ende landeten drei Leute des TV-Teams im Krankenhaus, während Paul in einem mallorquinischen Polizeirevier Platz nehmen durfte.

Den Beamten erzählte er von seiner Auswanderung.

Am Ende weinten die Polizisten allesamt auf ihre Sterne, denn die Geschichte war natürlich noch weit dramatischer als hier in aller Kürze erzählt.

Auf Betreiben der Polizei haben nun per Gesetz Kamera-Teams aus aller Welt Einreiseverbot für Mallorca.

Das ist ein Beitrag dazu, der Überbevölkerung Bedürftiger auf Mallorca entgegen zu wirken.

Viel Glück, Mallorca.


Guten Tag, Gruß Silvia

20. April 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag im Schwarzwald bei Christel



Vorspeise: Dreierlei Süppchen im Goldrand mit frühlingshafter Mini-Quiche
Hauptspeise: Duftender Safran-Reis mit Rosenwasser, Pistazien und Mandeln, Orientalisches Möhrengericht mit Kichererbsen an samtiger Sauce, Ayurvedische Kartoffelschnecken mit pikantem Apfelchutney.
Nachspeise: "Tiramisu aux framboises" -  Himmlische Himbeer-Speise mit selbstgemachten Truffes au chocolat


Aphrodite in der Klemme

Es ist nur ein Katzensprung - hui, Christel mag sicher auch keine Katzen - und sie ist in Straßburg. Dort erklingt ihre Stimme in einem Kirchenchor,

während ihr Herz dem Klavierstimmer Laurent gehört,

obwohl ein Klavierlehrer ihr noch einen Ticken besser zu Gesicht stehen würde.

Offenbar ist diese Schwärmerei sowieso hoffnungslos - wie immer, wenn sie jemanden mag (sagt sie selber), und überhaupt ist sie so gerne allein in ihrer inneren und äußeren Welt,

kann leben wie sie will und hat freie Namenswahl für Gegenstände, die auch schon mal zungenbrecherische Namen tragen. Nur ihr Klavier heißt eindeutig Laurent.

Die Diva lacht heute permanent ihr Kleinmädchen-Lachen,

und für mich bleibt sie das unbekannte Wesen, wenn schon nicht von einem anderen Stern, dann aber auch nicht von dieser Welt.

Da sie heute nicht das Kochen der anderen herunter putzen kann, mosert sie über Neemas offenherziges Dirndl: So hatte sie sich die Garderobe für ihren Abend nicht vorgestellt!

Aber das Leben ist kein Wunschkonzert, denn das kann noch nicht mal "ihr" Laurent stimmen.

Das Leben hat es für diese Woche vorgesehen, dass Christel nicht allein im Mittelpunkt steht,

sondern vor allem Neema,

die sich nicht nur über Christels Kocherei nicht ganz so freundlich äußert.

Das Menü sieht von allen drei bislang gekochten am besten aus. Für verwegen hält sie den Einsatz der Tonka-Bohnen im Nachtisch - die sollte sie zur nächsten Klavier-Stimmung für eine Süßspeise verwenden, um sie  Laurent vorzusetzen. Vielleicht wirkt sie auf ihn aphrodisisch. So beflügelt befreit er sie dann aus ihrer Dornröschen-Klemme, und sie leben fortan glücklich und zufrieden und spielen gemeinsam Klavier.

Heute erspielt sie sich nur neunzehn von dreissig möglichen Punkten,

aber sie kann sich am Ende der Woche den Frust auf ihrem Motorrad abfahren.

Dass sie eines besitzt, verwundert mich nicht so sehr. Wirklich wundern würde mich, wenn die fromme Frau Mitglied bei den

Hell's Angels

wäre. Das ist sie nicht, sie fährt allein durchs Elsass und freut sich, wenn die harten Jungs und Mädels auf den anderen Maschinen sie grüßen.

Da ich nicht sehr vergesslich bin, denke ich an die endlosen Mäkeleien, die sie für die beiden anderen Mädels übrig hatte,

und es würde mich nicht wundern, wenn Andy als einziger Mann der Runde

am letzten Abend bei ihr viel besser weg kommt.

Während Christel sich für hoffnungslos romantisch hält, halte ich sie für hoffnungslos anstrengend, und das nach wie vor. Das Dinner motzt sie mit ihrer Teilnahme zwar auf,

aber das hat wenig mit dem persönlichen Leben zu tun. Zur Not kann man den Ton abdrehen oder den Fernseher gleich ganz ausstellen -

mit Christel an einem Tisch zu sitzen, ist eine ganz andere Hausnummer.

Und ihre Litaneien in den Interviews sind nicht von schlechten Eltern, aber von vielen negativen Gefühlen begleitet.

Doch gekocht hat sie am besten von den drei Damen, von denen sich zwei dringend um die Hauptrolle in dieser Woche bemühen. Dabei glaube ich gern, dass Christel sich überhaupt nicht verstellt, während Neema das schon eher macht.

Meine Mutter hieß auch Christel. Aber sie war völlig anders. Eher von dieser Welt ...

Guten Morgen, Gruß Silvia

Donnerstag, 20. April 2017

19. April - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch im Schwarzwald bei Isabelle



Vorspeise: Gemischter Blattsalat mit gebackenem Ziegenkäse
Hauptspeise: Eingemachtes Kalbfleisch mit Spätzle, dazu karamellisierte Babykarotten und Zuckerschoten
Nachspeise: Dessertvariationen mit Joghurt und Quark, dazu verschiedene Früchte


Aschermittwoch ... und es ist noch nicht vorbei

Da Neema am Tag zuvor der Verkäuferin im Hofladen einen schönen Faschings-Dienstag gewünscht hat, gehe ich davon aus,

dass heute Aschermittwoch ist. Hoffentlich hat Christel sich vor dem Dinner ihr Aschenkreuz  in  der Kirche abgeholt,

denn nach dem Dinner braucht sie dringend einen Termin zur Beichte.

Isabelle gewinnt mit durchgehender Fröhlichkeit, und sie verliert ihr Lachen nicht mehr. Auch Andy gefällt der Abend, weil er lustig ist.

Das kann auch absolut stimmen, wenn man vor Ort ist - und es nicht aus der Sicht des Publikums wahrnimmt, jedoch

welcher Zuschauer

möchte freiwillig und gerne Gäste haben, die sich hinterrücks derart das Maul über das Essen zerreißen

wie es zum Beispiel Christel hier in ihrem (vermutlichen) Fernseh-Debut raushaut?

Christel spricht wie ein kleines Kind, so sanft, so unbedarft - doch Vorsicht vor diesen scheinbar sanftmütigen Leuten!

Sie mag eigentlich gar nichts: Weder das, was Isabelle kocht oder zubereitet - und da schießt sie besonders hart und auch hartnäckig gegen die Gastgeberin - noch mag sie Hunde oder 50er-Jahre-Kühlschränke die in Wohnzimmern stehen (wie bei Isabelle).

Unverständlich bleibt, dass sie in dem - zugegeben, es ist so "müde" wie Andy es beschreibt - Kalbfleisch die lebendigen Kalbsaugen sieht so wie sie auch Lämmchen nicht essen mag, aber

Hunde

überhaupt nicht mag.

Hunde haben doch ebenso süße Augen und sind einfach knuddelig. Etwas anderes wäre es, wenn sie Tiere überhaupt nicht mögen würde - außer auf dem Teller.

Und dass ihr teilweise verschmähtes Kälbchen nun im Müll landet, macht ihre Liebe zu diesen Tieren auch nicht glaubhafter.

Bei alledem kommt Neema beinahe zu kurz. Denn leider entpuppt sich Isabelles angedichtete "Affäre" mit Neemas Mann als reine Kumpelschaft mit dem gemeinsamen Interesse Motorrad-Fahren. Aber es soll auch Frauen geben, die genossen haben und schweigen ...

Als das über den Tisch ist, wird Christel nach ihren Hobbies gefragt: Sicher hat jeder vermutet, was nun folgt:

Handarbeiten, sagt sie, und es biegt sich der Tisch vor Lachen. Und nein, es sind natürlich keine anzüglichen "Hand-Arbeiten" gemeint, sondern die mit Nadel, Garn und Faden

und langsam verliere ich den Geduldsfaden, was Christels Auftritt anbelangt.

Isabelle bekommt siebzehn von dreissig möglichen Punkten - und kann froh sein, den Abend hinter sich zu haben.

Mit Christel gehen wir jetzt in die Fastenzeit ... Und da wird sie hoffentlich nicht die Fromme heraus kehren, wenn es am Freitag bei Andy

Kalbfleisch gibt.

Ich schließe mich dem obigen Foto mit dem Schild an:

"Lass mich - Ich muss mich da jetzt reinsteigern."


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 19. April 2017

18. April 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag im Schwarzwald bei Neema

Kilimanjaro/Tansania


Vorspeise: Gebratene Jakobsmuschel auf leicht süßlich mariniertem Nudelnest und einer Granatapfel-Vinaigrette
Hauptspeise: Rosa gebratene Lammkarree im Minz-Krusten-Mantel auf pikanter Salsasauce und leichtem Kokos-Basmatireis
Nachspeise: Dessert Trilogie von Creme Brûlée, kleinem Zitronenküchlein und Ananas-Sorbet


Krieg oder Waffenstillstand?

Neema stammt aus Tansania und gehört den Massais an. Mit zwölf Jahren kam sie in eine Pflegefamilie nach Deutschland,

und hat sich hier dem wesentlich größeren Stamm der Zicken angeschlossen. In dieser Dinner-Kurz-Woche buhlt sie mit Christel

um den Vorsitz derselben.

Das ehemalige Model ist nun Altenpflegerin, und wie sie ihre Arbeit beschreibt, lässt das wirklich auf viel Freude an ihr schließen.

Die immens großen Fotos von Neema, auf denen sie halbnackt posiert, sprechen aber die Sprache:

Bucht mich!

Vor sieben Jahren hat ihr Mann Gerd ihr angeblich verboten, für den "Playboy" zu shooten. Aber inzwischen weichgeklopft, hat er selber sie fürs Dinner angemeldet,

denn mit diesem Umweg ist man schon mal in den Startlöchern. Vielleicht. Ist nur eine Vermutung, und ganz vielleicht ist sie auch eine sehr Liebe (auch nur eine Vermutung),

obwohl sie in Gegenwart ihrer 18jährigen Tochter meint, sie selber sei schöner. Das hat die Tochter nicht zum erstenmal gehört und bleibt völlig gelassen.

Man weiß viel zu wenig über die Massais.

Mehr weiß ich von Klosterschülerinnen, von denen ich keine einzige kenne, die die Schule als Heilige verlassen hat.

Stellenweise denke ich, Vox hat sich von Mutter "RTL" getrennt und mit "Bibel-TV" zusammen getan, und bringt nun die gemeinsame Botschaft langsam auf den Weg.

Christel war Klosterschülerin, Christel ist sehr, sehr schwierig. Als Teilzeit-Vegetarierin hat sie nicht nur Mitleid mit dem Lämmchen, sondern

mag das angeblich anstößige Wörtchen "Stößchen" nicht, und "Boxenluder" sind ihr ebenfalls nicht genehm.

Ihre Meinung über die Nackt-Ganzkörperbilder von Neema hat Vox wohl einfach raus geschnitten?

Auch der Engländer Andy trägt einen Spruch zum Gelingen des Abends hinzu: "Die Engländer können verdammt gut kochen."

Unterdessen schleicht sich Isabelle mit einer völlig überraschenden Botschaft ins Dinner, denn sie kennt

Neemas Ehemann seit 30 Jahren, und somit länger als die

selbsternannte Hauptperson dieses Abends selber.

"In aller Unschuld natürlich", erklärt Isabelle dem Publikum und auch, weil Christels Weltbild nicht vollends zerstört werden soll.

Hoffentlich war das alles nicht ganz so unschuldig.

Eine stolze Massai trifft auf eine fromme Christel und eine Isabelle, die nur ganz vielleicht ein kleines Geheimnis hat,

während Andy gerne zeigen darf, ob er sich von vielen anderen Engländern kochmässig absetzen kann.

Vermutlich ist der eine oder andere Anwesende, den die Teilnehmer zum Team zugehörig glauben,

in Wirklichkeit ein Bodyguard. Safety First!


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 18. April 2017

14./15. April 2017 - ARD - Die Dasslers - Pioniere, Brüder und Rivalen



Die Dasslers - Pioniere, Brüder und Rivalen

Nachdem Adolf Dassler zunächst eine Bäckerlehre absolviert hatte, stieg er 1920 in das Schuhmacher-Geschäft seines Vaters ein,

etwas später folgte ihm sein Bruder Rudi.

Adi, der Tüftler, und Rudi, der forsche Geschäftsmann, ergänzten sich großartig und gründeten schon bald die Firma "Gebrüder Dassler Schuhfabrik", und sie spezialisierten sich auf Sportschuhe.

Schon bald wurden die ersten von namhaften Sportlern getragen.

Vieles wird in dem Film im Schnelldurchlauf abgehandelt, denn die Spannbreite führt von 1922 bis zum nahen Lungenkrebs-Tod von Rudi Dassler im Jahr 1974.

So lernt Rudi Friedel kennen, und schon heiraten sie. 1932/33 möchte Adi mehr über Sportschuhe lernen und macht dies in dem damaligen Mekka Pirmasens. Dort lernt er Käthe kennen und heiratet sie.

Die beiden Ehefrauen der Brüder verstehen sich nicht gut, und sie mögen ihren Teil dazu beitragen haben, dass es letztendlich zur vermutlich

unversöhnten, lebenslangen Entzweiung der Brüder kommt.

Hinzu kommt, dass Rudi in den 2. Weltkrieg ziehen muss, nach dem Krieg ein Jahr in amerikanische Gefangenschaft gerät,

was er dem Betreiben seines Bruders zuschreibt.

Wie es wirklich war, ist natürlich nicht bekannt.

Diese Ereignisse führen zu der Trennung der Brüder und Aufteilung der Firma:

Adi benennt seine fortan "adidas" - eine Abkürzung seines Vor- und Nachnamens, während Rudi seine "Puma" nennt.

Mehr und mehr wollen die Sportler jedoch nicht nur die Schuhe des einen oder des anderen tragen, sondern auch davon partizipieren,

was zu der vereinbarten "Pele-Lösung" führt,

die von Rudis Sohn gebrochen wird.

Schauspielerisch ist der Film auf der Höhe, und die Gesichter der Hauptdarsteller nicht so geläufig, dass man sie zwangsweise mit anderen von ihnen dargestellten Personen vergleicht.

Ein wirklicher Höhepunkt ist jedoch die Maske:

Hier waren geniale Maskenbildner am Start, die die Protagonisten langsam älter werden ließen,

und das auf solch eine natürliche Art und Weise, dass dies den allergrößten Eindruck hinterlässt:

Joachim Król, der den Vater der Brüder spielt, ist schon zu Beginn des Movies auf älter getrimmt, und ich erkenne ihn letztlich nur an seiner Stimme.

Die Stimme von Hannah Herzsprung passt zwar nicht so recht zu der alten Frau Dassler, aber die männlichen Darsteller bekommen die Klangfarben ihrer Stimmen eben so gut hin

wie sie die Bewegungen älterer Menschen gut imitieren.

Im Film wird schließlich eine Annäherung der Brüder angedeutet - ob diese stattgefunden hat? Man möchte es ihnen wünschen.

Von hier aus vier von fünf möglichen Sternen. Und fünf Super-Sterne für die Maske.


Guten Morgen, Gruß Silvia

Sonntag, 16. April 2017

16. April 2017 - Freiheit.



Freiheit der Gedankenwelt

ist auch manchmal die Freiheit, zu träumen, wovon man will. Dabei ist es am Ende gar nicht wichtig, ob diese Träume in Erfüllung gehen,

sondern vielmehr, ob sie überhaupt vorhanden sind.

In vielen Ländern dieser Erde darf man ungestraft nicht jeden Gedanken äußern, positive und jene, die den Regimes genehm sind, natürlich,

aber niemals die, die die jeweiligen Regierungen anprangern. Verstoßen deren Bürger dagegen, können sie schneller im Gefängnis landen

als sie je gedacht hätten.

Doch selbst in solchen Ländern gilt:

Die Gedanken sind frei.

Unter der Prämisse, dass die betroffenen Menschen sie für sich behalten.

Es ist das höchste Gut und nahe der Freiheit überhaupt anzusiedeln, wenn man frei denkt und sich nicht auch noch in die Gedanken

hinein manipulieren lässt.

Selbst, wenn es traurig ist, können diese Menschen immerhin noch sagen: Meine Gedankenwelt

beherrscht niemand!


Selbstverständlich muss man hin und wieder seine Gedankenwelt überprüfen - und sich fragen, ob sie noch frei ist

oder doch von außen gesteuert wird.

Kein Gedanke ist umsonst gedacht oder zu lächerlich oder zu kindisch - für unsere gedanklichen Perspektiven

müssen wir uns nicht schämen,

denn sie gehören zu uns wie sonst nichts auf der Welt.

In Gedanken darf man auch Hass empfinden - besser ist zwar, ihn erst gar nicht ins Leben zu lassen, aber frei von Hassgefühlen

ist am Ende niemand - und nicht nur die, die in Diktatoren leben.

Dann fand ein Wandel der Gedankenwelt statt -

und der kam mit den "sozialen" Medien

in unser aller Leben:

Dort zeigen viele ohne Reue, wie es in ihren Köpfen schon lange brodelt. Hass-Posts - aus dem Kopf

direkt in die Tastatur gehämmert.

Andere Meinungen anprangern wie es viele in anderen Epochen gerne getan hätten, ist nun gang und gäbe. Politische Entscheidungen werden millionenfach

überprüft,

doch anstatt der Überprüfung ohne Hass und trotzdem mit der eigenen Meinung entgegenzutreten,

wird unterirdisch kommentiert.

Manchmal wird natürlich auch in diesen Medien gelobt.

Einen Shit-Storm zu erlangen ist das einfachste, was man heute hinkriegen kann. Da werden Köpfe manipuliert,

doch die Gedanken bleiben trotzdem frei.

Und je mehr sie in den Köpfen bleiben, die sich ihren Teil dazu nur denken, um so besser sind sie erst einmal aufgehoben, sicher und warm.

Denn wer weiß, ob man nicht vielleicht über dieses und jenes schon morgen ganz anders denkt. Aber dann steht der

längst überholte

Gedanke für alle Zeit im Internet.


Ich wünsche allen einen frohen Ostersonntag, Gruß Silvia


Samstag, 15. April 2017

15. April 2017 - Alle elf Minuten verliebt sich ein Bürger in ein Wahlplakat ...



Alle elf Minuten verliebt sich ein Bürger in ein Wahlplakat ...

und manch eines liegt bereits am Boden, und die Bitte sende ich sogleich in die Runde, nicht drauf rum zu trampeln. Aufheben und wieder aufhängen.

Oh je, aufhängen ist ein böses Wort in Verbindung mit den Wahlplakaten.

In den Seitenstraßen wurde nichts bis wenig postiert, damit der willige Bürger sich ein bisschen aus seinem Umfeld heraus bewegt, um mal zu sehen, was auf ihn zukommen könnte,

falls er sich auf die eine oder andere Partei einlässt:

"Beherzt regieren! Weniger Hass!" fordern Die Grünen und liegen voll im Trend, dass alle, die so gerne Hasskommentare absondern,

sie schon mal nicht wählen. Die haben auch nichts mit dem "Beherzten" im Sinn,

das macht dann Die Linke,

die fordert: Mindestlohn 12 Euro.

Sie sollten dazu schreiben, wie dann so manche Mindest-Preise für diese "Großverdiener" in Zukunft aussehen. Einerseits den Mindestlohn kassieren, andererseits den Mehr-Verdienst locker flockig wieder ausgeben müssen.

Manche Plakate lassen auch auf Armut innerhalb der Parteien schließen. Schlechter Druck, unbearbeitete Bilder (ja, gibt es denn so was noch?) und keinerlei Aussagen,

was die Typen eigentlich vollbringen möchten, wenn man ihnen ein Kreuzchen gönnt.

NRWir Malocher - Ein Statement der SPD - mit dem sie die, die sich nicht als solche sehen und den Ausdruck verabscheuen, schon mal vertreiben.

Zurück zum Ursprung der ehemaligen Arbeiter-Partei - oder einfach eine schlechte Werbeagentur, obwohl dieses

NRW - schon mal genial eingesetzt ist und in

NRWir Schlaumeier

ihren Höhepunkt findet.

Hoffentlich sind alle so schlau wie die SPD das erwartet und nicht ganz zu Recht vermutet.

Mehr Lehrer! Weniger Unterrichtsausfall! - treibt die CDU an,

und sie können von Glück sagen,

dass Schüler in der Regel noch nicht wählen dürfen.

Sicherer! Mehr Polizei! Weniger Einbrüche! - fordert die CDU dann auch noch,

und ich gucke frohlockend in die Zukunft (denn bei mir ist schon mal eingebrochen worden) und freue mich über

derart diffuse Wahlplakate, deren dahinter stehende Partei jetzt

schon mal die Polizei vor alle Häuser postiert und Einbrüche somit verhindert. Denn Aufklärung allein ... reicht mir dann auch nicht.

Alle elf Minuten verliebt sich ein Bürger in ein Wahlplakat - eine teure Angelegenheit für so wenig Bürgerliebe

zu den Politikern.

Es wird schwieriger denn je.Bislang habe ich mich in kein einziges Wahlplakat verliebt - da muss noch mehr kommen!


Guten Tag, Gruß Silvia





15. April 2017 - Empathie.



Empathie

ist die Eigenschaft, sich in andere Menschen hineinversetzen und mitempfinden zu können, was diese in Zeiten labiler Gesundheit, Bedrohung oder Trauer durchmacht.

Eines ist Empathie jedoch nicht: Mitleid.

Und die Empathie an und für sich ist keine Einbahnstraße, in der man sich permanent bewegt und infolgedessen anderen Kummer mental unterstützen möchte,

als wäre es ein eigener.

In Zeiten sozialer Netzwerke wie Facebook und Konsorten treiben sowohl die Empathie als auch das genaue Gegenteil manchmal seltsame Blüten:

Indem man dem einen, der oberflächlich gesehen, nicht als genügend empathisch gilt und der eigenen Ansicht

widerspricht,

gibt man diesem anderen, dem man Empathielosigkeit vorwirft,

sogleich den empathielosen Dolchstoß der Wörter.

Je böser diese Wörter ausfallen, je besser für die eigene Befriedigung, nun etwas geschrieben zu haben, dass

sich der andere verdammt noch mal merken soll!

So wird der eine mit Samthandschuhen angefasst, während der andere wie von einem Elefanten im Porzellan-Laden

nieder gewalzt wird.

Hass-Kommentare in sozialen Netzwerken haben noch einmal eine andere Dimension, und es ist natürlich verwerflich, mit hasserfüllten Sprüchen um sich zu werfen,

aber Meinungsfreiheit ist nicht gleichbedeutend mit Hass.

Falls die eigene Meinung Gegner findet - okay - damit muss jeder leben.

Kriegerische Angriffe jedoch muss man nicht hinnehmen und schlucken wie eine große

Portion Belehrung,

die einem schon lange gefehlt hat,

damit man auf den richtigen Weg findet.

Für jedes Ereignis, für jeden Knall im Leben anderer habe ich nicht immer das nötige Verständnis, aber mein Mitgefühl ist allen Geschädigten sicher.

Mal empfinde ich es stärker, mal weniger stark: Es bleiben viele Fragen offen, zum Beispiel die nach den überlebenden Opfern

des Berlin-Attentats im Dezember letzten Jahres.

Hatten sie die gleiche Plattform wie sie nun der BVB hat? Natürlich nicht!

Darum ist ihr Leid nicht weniger gewaltig als das der Fußballer und umgekehrt.

Empathie ist nicht grenzenlos, ist nicht unendlich, sie vergeht auch wieder - und wird durch das nächste schlimme Ereignis

in den Hintergrund gestellt.

Doch in der heutigen Zeit wird uns viel und täglich Empathie abverlangt. Die kann sich nicht jede Seele leisten.

Und manch einer heuchelt, der keine davon hat.


Guten Tag, Gruß Silvia


Freitag, 14. April 2017

14. April 2017 - Die katholische Kirche und ich ...




Die katholische Kirche und ich

hatten großmütterlicherseits die besten Chancen, eine Einheit zu werden und zu bleiben, und ein bisschen bin ich ihr auch heute und trotzdem verbunden,

aber nicht so sehr, dass ich  noch Mitglied dort bin. Vielleicht wäre ich sogar das noch, wenn nicht das letzte Kapitel in diesem Beitrag es anders für mich entschieden hätte.

Oma war der beste Mensch, den ich überhaupt jemals in meinem Leben kennen gelernt habe. Zuhause und im Kreis meiner Eltern spielte die Kirche keine große Rolle. Meine Mutter, die einst evangelische Ostpreußin, hatte vor ihrer Heirat mit meinem Vater konvertiert -

aber sicherlich nicht aus tiefster Überzeugung. Eher, um meiner Oma, ihrer Schwiegermutter, einen Gefallen zu tun.

Da ich oft die Wochenenden mit meiner Oma verbrachte, musste ich -

im Zuge meines Entgegenkommens kamen Zugeständnisse ihrerseits -

jeden Sonntag die hl. Messe besuchen.

Anfangs war das spannend für mich, denn wo sieht man schon mal als Dortmunder Kind sonst solch einen Prunk - einen Höhepunkt erreichten meine Augen,

als in unserer Kirche ein Bischof geweiht wurde. Leider bin ich am Ende dieser endlosen Zeremonie leicht kollabiert,

was mich ein paar Sonntage von der Zeremonie befreite.

Letztendlich erkannte ich, dass ich dem innigen Glauben und der Hingabe an die Kirche, die meine Oma inne hatte, nicht folgen konnte,

denn niemals würde ich ein so guter und größtenteils selbstloser Mensch wie sie werden. Niemals würde ich ohne jegliche Bosheit oder Verfehlungen durchs Leben gehen - wie sie in ihrem 84 Jahre dauernden Leben.

Folglich eignete ich mich nicht für diese Art von Religiösität.


Kommunion

Natürlich bin ich zur Kommunion gegangen. Niemals war die katholische Kirche mir wirklich zuwider, zumindest nicht das, was sie mir persönlich beschert hat.

Der Kommunions-Unterricht war keine Strapaze, sondern eine süße Angelegenheit, und wir Kinder bekamen viele Bildchen geschenkt, die altersgerecht betextet und überhaupt nicht profan waren.

Und selbstverständlich darf man sich vor der Kommunion ein Kleid aussuchen, dass einem ein wenig nahe bringt, wie eine Prinzessin sich fühlt. Zum Kleid kam ein Kränzchen ins Haar, und die vielen Geschenke (erste Ohrringe, erste Goldkette), und der Tag schien gerettet.

Zuvor jedoch hatte die Kirche die Beichte gestellt. Das wurde schwierig. Aber wir Kinder waren nicht dumm und haben unsere Sünden einfach gegenseitig ausgetauscht, schon gab es in dem Beichtstuhl genug zu plappern.

Leider war die Haushälterin unseres Pfarrers nicht halb so tolerant wie er selber: Als sie mich in meinem Kleid sah, kam der entsetzte Aufschrei:

"Wir gehen hier zu keiner Modenschau!"

In aller Eile und so gut es ging - war sowieso nur vorübergehend, habe ich sofort wieder gerichtet - hat sie mein Kleid heruntergeputzt.


Internat

Irgendwie hatte ich noch nicht genug von der katholischen Kirche, und entschied mich, zu Hause durchzusetzen, in ein Internat gehen zu dürfen. Da war selbst mein Vater dafür, dass dies nur ein christliches sein dürfte.

Dem Wunsch nach dem in meinen Augen romantischen Begehren - folgte erst einmal das Heimweh. Irgendwie verflog es schneller als ich in den ersten Tagen des starken Gefühls gedacht hätte (immerhin durften wir alle auch jedes zweite Wochenende nach Hause fahren) - und so fühlte ich mich wie eine, die später einen Roman über all ihre Erlebnisse schreiben wird.

Habe ich auch getan. So wie ich immer schon viel geschrieben habe.

Die Nonnen waren streng bis gewissenhaft bis liebenswert. Zum Glück war meine Gruppen-Nonne eine liebenswerte,

an die ich noch heute gerne denke.

Dass ich als Kind nie Süßigkeiten präferiert habe, wird sie wohl nicht glauben gelassen haben,

dass mir diese auch in der Fastenzeit nicht geschmeckt hätten.

Tief im Garten vergraben schaufelten wir uns den Süßkram rein bis uns übel wurde.

Es war eine Art Protest, das wussten wir damals schon. Gegen alles und jeden und gegen die Kirche im Besonderen.

Ein kindlicher Protest, denn im Gegensatz zu vielen anderen ist uns nie etwas Böses geschehen im Zusammenhang mit der Kirche und ihren Vertretern.


Meine Trennung von der Kirche

hatte ich eigentlich niemals in Betracht gezogen. Ich lebte mit ihr, und sie lebte u. a. von mir, und so würde es noch heute sein.

Wenn sie mich nicht sehr verärgert hätte ...

Ich lernte einen geschiedenen, evangelischen Mann kennen, und wir wollten kirchlich heiraten. Damit begann das Dilemma,

denn die katholische Kirche erkennt zwar eine standesamtliche Trauung von Katholiken nicht als Ehe an,

aber die von Protestanten sehr wohl.

Der junge Pfarrer war ratlos, hilflos und traurig - aber über die Gesetze konnte er sich nicht hinweg setzen.

Ich erinnerte mich an meinen ersten fastenbrechenden Protest gegen die Kirche, und ich wurde störrisch.

So wichtig war mir eigentlich eine kirchliche Trauung nicht, aber sie erlangte Wichtigkeit durch die deutliche, wenn auch kleinlaute Absage des Pfarrers. Außerdem wollte ich meiner Oma mit der Hochzeit in der Kirche einen Gefallen tun,

und sie als gläubigste aller Gläubigen durfte keineswegs enttäuscht zurück bleiben.

Der wirklich niedliche und hilfsbereite Pfarrer telefonierte mit seinem Bischof - aber auch der gab seinen Segen nicht zu unserer Heirat in den himmlischen Hallen.

Trotzdem: Ich wollte es auf jeden Fall!

Daher zermarterte ich meinen Kopf, wie man sie vielleicht überlisten könnte. Doch das Ergebnis meiner Starrhalsigkeit war ein ganz anderes und auch keine List.

Beim nächsten Besuch hatte ich eine Frage parat für den süßen Pfarrer:

"Wenn die erste Eheschließung für meinen zukünftigen evangelischen Mann gültig ist, ist sie es dann auch für seine erste Frau,

die katholisch war?"

Zum Glück hatten wir einen guten Kontakt - nicht zu seiner ersten Frau, sondern zu ihren Eltern und ihrem Bruder. Daher wusste ich, dass die Frau katholisch war. Und ist.

Der Pastor war ratlos. Das wusste er nicht. Er griff noch in unserem Beisein zum Telefon und rief erneut den Bischof an ...

In der Tat war dies die Lösung für unser "Problem".

Denn seltsamer Weise war für meinen späteren Mann die Eheschließung vor dem Standesamt auch gültig für die katholische Kirche,

aber nicht für seine erste Frau.

Somit war die ganze erste Ehe  ungültig für diesen Verein, der immer noch nach seiner Berechtigung sucht.

Allerdings mussten wir eine Geburtsurkunde seiner ersten Frau als Beweis vorlegen - was in unserem Fall zwar möglich, aber insgesamt eine Zumutung war.

Wir konnten kirchlich heiraten - niemand hat mein Brautkleid zurecht gestutzt - und für meine Oma, die an diesem Tag die allerglücklichste war, hat sich das ganze Nachdenken dreimal gelohnt.


Fazit

Danach bin ich aus der Kirche ausgetreten. Denn ich hasse es, mir über Dinge Gedanken machen zu müssen, die so überflüssig sind und mich vermutlich noch bis an mein Sterbebett

begleitet hätten.

Von wegen Krankensalbung oder Beerdigung im Anschluss. Es kann nämlich gut sein, dass ich in diesen letzten Momenten

nicht mehr so gut nachdenken kann wie damals.

Dann habe ich die Gesamtheit der Leistungen lieber schon im Vorfeld abbestellt.

Wenn es einen Gott gibt, komme ich sowieso in einen Himmel.


Einen schönen Karfreitag, Gruß Silvia





13. April 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Schwerin bei Michael

Zwei von fast 100 gefällten Bäumen
in unserem Stadtpark auf dem Weg zum Kunstwerk


Vorspeise: Frisches Brot, dazu Räucherlachs und geräucherter Schweinelachs
Hauptspeise: Mecklenburger-Rollbraten mit Rotkohl und Kartoffelpudding
Nachspeise: Apfel, Halbgefrorenes mit einer Vanille-Eierlikörsauce


Voll-Pfosten

Eine Überschrift wie in der bunten Bilderzeitung, und wie in dieser, hält auch hier der Titel nicht unbedingt, was er verspricht:

Der holzvernarrte Michael baut vieles aus dem Naturmaterial selber, und so sind auch die Besteckhalter aus eigener Produktion, die aus einem Voll-Pfosten Holz entstanden sind.

Voll-Pfosten ist seit einigen Jahren auch im Duden zu finden, und es beschreibt mit einem Schlagwort besonders dumme Leute. Doch ob dieses Wort auch hier zur Anwendung kommt,

entscheide bitte jeder für sich selbst.

Ziemlich entsetzt bin ich dann auch schon über den rechthaberischen Peter, der in seinem gesamten Berufsleben mit Musikern zusammen gearbeitet hat,

aber den Begriff "Groupies" ohne Widerspruch zu dulden mit dem der

"Roadies" verwechselt.

Beides gehört zu Bands und anderen Musikern wie die Joints, aber der Experte versagt vor der Deutung.

Ganz klar ist Mariannes heutige Rolle zu deuten:

Sie ist das Groupie des liebenswerten Michael. Mehr noch, sie ist in den über zwanzig Jahre jüngeren Mit-Streiter verknallt.

"Michael, ich will dich heiraten," dringt ihr Wunsch am Holzofen laut in die Nacht. Ist der Ruf erst ruiniert ... einen Versuch ist es allemal wert!

Petra hofft, dass dies nur ein Spaß ist. Michael sieht es wie es ist: Marianne könnte seine Mutter sein.

Hoffentlich ist nun seine eigene Mutter nicht eifersüchtig.

Zur Not kann ihr Petra auch eine ihrer Esoterik-Kärtchen ziehen, wie sie es heute für Michael getan hat, bevor sie sich auf den Weg zu ihm gemacht hat.

Zwischendurch meckert sie sich schon mal heiß. Renitent meint sie, dass sie nichts gut bewerten kann, was sie nicht mag. Dem widerspricht Peter vehement, denn da hat er plötzlich den Durchblick: "Du sollst nicht deinen eigenen Geschmack bewerten, sondern wie er es zubereitet."

Auf dem Kärtchen steht dann auch nur ein Allgemeinplatz, den eine Siebenjährige ihrem Bruder genau so gut auf einen Zettel geschrieben haben könnte, weil sie ihm einen schönen Tag wünscht.

Und Petra gibt Michael überraschend neun Punkte, weil auf ihrem täglichen Kärtchen vermutlich stand:

"Lass dich heute nicht lumpen. Du weißt schon ... Karma!"

Das Karma schlägt auch bei Michael zu, und er bekommt insgesamt sechsundzwanzig von dreißig möglichen Punkten. Somit lässt er drei zweite Plätze mit jeweils zweiundzwanzig Zählern hinter sich.

Er ist aber auch ein Lieber! Und sein Menü ist obendrein das beste der Kurz-Woche.

Einen Großteil des 3.000-Euro-Gewinns wird er der

Jugendfeuerwehr in seiner Nähe spenden.

Sein Karma für die nächsten Projekte ist schon mal gutmütig gestimmt und verspricht eine dicke Belohnung.

Marianne geht nach Hause und ist hoffentlich in Zukunft liebevoller zu ihrer Katze, denn im Gegensatz zu

Michael erwidert diese ihre Liebe.

Petra zieht weiterhin ihre Kärtchen und liest daraus Dinge, die sie gern lesen möchte.

Peter wünsche ich zum Schluss ein "Groupie". Aber nein, das geht nicht, denn er ist seit fünf Jahren überglücklich verheiratet.


Einen schönen Karfreitag, Gruß Silvia