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Samstag, 24. Juni 2017

23. Juni 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Hannover bei Claudia

Vorspeise: Wurzel-Cappuccino mit Safran-Mandelmilch-Schaum
Hauptspeise: Salbei-Kalbsfilet auf Risotto-Bett mit Balsamico-Rotweinreduktion
Nachspeise: Semifreddo di Torrone


Fünf Freunde?

Wenn man der Wahrheit die Gelegenheit gibt, sich auch in Fernseh-Sendungen wie dem perfekten Dinner auszubreiten,

dann muss in jeder Woche jemand wie Antje dabei sein.

Claudia ist nett, ehrgeizig, sie züchtet Wellensittiche und kann und muss heute kochen. Darum bekommt sie am Ende den 3.000-Euro-Pott,

denn ihre achtunddreissig Punkte kann niemand toppen.

Um Wellensittiche in freier Natur zu bewundern, muss sie allerdings nicht nach Australien reisen, denn die gibt es auch in Düsseldorf. Danach ein Bummel über die Kö, und weg ist die Kohle.

Nein, so schätze ich Claudia nicht ein, sondern genau so wie sie sich selber beschreibt:

Ehrgeizig! Viel mehr fällt mir zu ihr leider nicht ein.

Während Marcus und Dirk bereits an einem Wiedersehen jenseits der Fernseh-Kameras basteln,

haut Antje einen raus:

Denn nicht wiedersehen möchte sie Katia und Claudia. Sagt sie in der Erinnerung daran,

bei früheren Urteilsverkündungen

auch dem Verknackten ins Gesicht gesehen zu haben  -

denn Katia sitzt direkt neben ihr und muss die Kröte schlucken.

Nett liegt Antje nicht, und irgendwo ist nett auch eine Art von Zeitverschwendung oder stinklangweilig, wie sie meint.

Was nun nicht bedeutet, dass man sich ab sofort überall nur noch böse Kommentare um die Ohren hauen muss,

um als ehrlich zu gelten, denn böse und ehrlich sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Doch zu Antje passt dieser Wortbeitrag - und mit zu ihrer Ehrlichkeit gehört es, Claudia eine glatte Zehn zuzuordnen,

während die Männer je neun Zähler zum Besten geben.

Am liebsten zu Gast wäre ich in dieser Woche bei Dirk gewesen,

während mir auch Antjes Gesellschaft gefallen würde - nur kochen müsste sie nicht, es gibt ja Lieferservices.

Es gibt sonne und sonne Leute, und die Sonne blitzt schon wieder frech am Himmel, um uns hier den Tag zu erhellen,

aber wenigstens nicht, um ihn uns zu überhitzen, denn die 22 hier erwarteten Grad sind gut auszuhalten.

Allen ein schönes Wochenende,

und falls mal jemand unnötiger Weise vor Gericht steht,

dann wünsche ich ihm oder ihr eine Richterin wie Antje.


Guten Morgen, Gruß Silvia







Freitag, 23. Juni 2017

23. Juni 2017 - DIe Königin der Herzen - Diana.


Die Königin der Herzen

hat sie selber sich genannt, und alle haben diesen Begriff auf ewige Zeiten und mit ihr im Sinn übernommen.

Auch ich war sehr traurig an jenem 1. September, als uns alle die Nachricht von ihrem Tod, gestorben in der Nacht des 31. August 1997, erreichte,

denn ich habe nur die unglückliche Frau und Prinzessin,

aber niemals den traurigen Mann, Prinz Charles, gesehen.

Eine größere globale Trauer gab es nie zuvor und seitdem auch nie wieder.



Whatever Love means

antwortete Prinz Charles bei der Verlobung im Jahr 1981, als man ihn fragte, ob er verliebt sei. War Diana zu jung, um anhand dieser Antwort das ganze bald folgende Dilemma abzusehen?

Und ungehört verklang dieser Hilferuf, der als Beleidigung der jungen Diana in die Geschichte einging, des damals auch noch jungen Prinzen,

überhört von seiner Familie und den Zwängen, denen er bis heute unterliegt, obwohl sie sich seitdem ein bisschen gelockert haben.

Doch so jung sie auch war, so schnell lernte Diana. Dass sie ihm die Show nicht nur deshalb oft stahl, weil sie hübsch und eine Frau war, sondern sich sehr bewusst in Szene setzte, kann man nicht ausschließlich  ihrer Jugend zuschreiben,

der die allgemeine Bewunderung im Resümee nicht einmal wirklich gut tat.

So gelang es ihr beinahe mühelos und ohne viel Gegenwehr seitens eines Mannes, der ohnehin eine andere liebte und bis heute liebt,

die Öffentlichkeit auf ihre Seite zu bringen, und das weltweit.

Camilla wurde von ihr wahlweise als Pferd oder Rottweiler tituliert,

was sich bis heute in den Köpfen erhalten hat,

obwohl Diana selber eher der Rottweiler in diesem Trio war. Natürlich nicht vom Aussehen her. Sondern von der Beiß-Gewalt!


Diana und Andrew Morton

Von Diana geschmuggelte Tonbänder aus dem Palast erreichten Andrew Morton, und er schrieb die folglich, wenn auch zunächst nur im Geheimen, autorisierte Biografie

"Diana, ihre wahre Geschichte".

(Neuauflage mit einigen neuen Details gibt es jetzt anlässlich ihres 20. Todestages)

Natürlich ist das immer so ein Ding mit der Wahrheit, denn wenn zwei das gleiche erleben, kommt es vor, dass jeder die Wahrheit woanders ansiedelt.

"Da sind wir aber etwas pummelig um die Hüfte, nicht wahr?" - hat Charles angeblich zu Diana gesagt  -

und das soll ausreichend gewesen sein für ihre jahrelange Bulimie?

Es könnten völlig andere Faktoren gewesen sein als solch eine banale Aussage (falls es die überhaupt gegeben hat, denn wenn man sich Camilla ansieht ... können Charles ein paar Kilo zu viel nicht gestört haben), die zu ihrer Ess-Störung führten.

Denn Diana wollte die Schönste von allen sein,

und es gab auch damals schon jede Menge berühmter Frauen, die schlanker waren als sie  ...

Letztendlich war sie ein Mädchen, das schon vor ihrer voreiligen Verlobung die Inhalte und Köpfe des Königshauses kannte - und trotz der Jugend gewusst haben muss, auf was sie sich eingelassen hat. Und sie war gewillt, erst Prinzessin und später Königin zu werden - mit allen Konsequenzen, die sie in ihrer Jugend vielleicht nur teilweise,

aber grob überschauen konnte.

Doch nirgendwo steht es, dass dieser "Top-Job" auch ein tolles Leben garantiert. Das hatte sie vielleicht nicht bedacht.



Wohltätigkeiten

Schnöde vom Ehemann betrogen, fand sie ihre Berufung in Wohltätigkeiten - und hatte ebenfalls die eine oder andere Liebschaft.

Es ging damals die Mär, dass einige Menschen, besonders an Aids Erkrankte, in ihren Patienten-Verfügungen darum baten, die Prinzessin nicht an ihr Sterbebett zu lassen.

Diese Menschen wollten nicht zum Heldenmythos Dianas beitragen,

an dem sie selber fortwährend bastelte,

wenn sie nicht gerade damit beschäftigt war, ihrem Mann ein "Ei" ins Nest zu legen.

Vielleicht hatte er ihren Hass verdient, wer weiß.

Doch sein größter "Fehler" war einzig und allein, dass er eine andere liebt(e). Das hätte zu einem Arrangement führen können,

doch in diesem Fall führte es zur Scheidung,

Vorwürfe inklusive:

Denn für ihre gleich mehrmals verübten Selbstmordversuche machte sie ebenfalls ihren Mann verantwortlich, der auch nur ein Opfer der "Firma" war, allerdings eines, das die Regeln kennt.


Trauer

Am 31. August verliert Diana in einem Pariser Tunnel bei einem Autounfall ihr noch junges Leben, und das ist umso trauriger, als dass man sich leicht denken kann,

dass dieser Unfall nicht passiert wäre, wenn zuvor viele Dinge nicht geschehen wären:

Ich spreche nicht von Verschwörungs-Theorien, denn ich glaube fest, dass es ein Unfall war - sondern davon, dass sie in ihrem Leben als Lady Diana Spencer eben nicht zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen wäre.

Wobei das leider gar nichts ändert.

Sie hinterließ zwei Söhne, von denen der eine noch ein Kind und der andere noch nicht erwachsen war.

Das ist das Schlimmste, was Kindern geschehen kann - und es lässt sich durch nichts wieder gut machen. Nur die Zeit mildert die tieftraurigen Erinnerungen und lenkt sie in schöne gemeinsame.

Ein großer Trost wird den Kindern die unendliche Trauer der ganzen Welt gewesen sein, die bis heute anhält und am 31. August sicher wieder zur Blüte von 1997 führt.



Dies alles ist meine freie Interpretation, verwoben mit einigen Tatsachen plus nachweislichen Äußerungen Dianas.

 Zuweilen muss man an Denkmälern etwas kratzen, sonst wirken sie einfach nur leblos oder setzen am Ende noch Patina an.

Es wäre für alle Beteiligten, inclusive der Queen herself, besser und richtiger gewesen, Prinz Charles hätte gleich seine Camilla heiraten dürfen.


Guten Tag, Gruß Silvia



22. Juni 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Hannover bei Antje



Vorspeise: Buttermilchkartoffelsuppe
Hauptgang: Dreierlei vom Kalb, Zwiebeln, Radieschen, zarter Kartoffelkloß
Nachtisch: Himbeerpudding mit Sago auf Avocadospiegel


Nicht im Namen des Publikums

stelle ich mich vorsichtig auf die Seite Antjes, denn sie braucht dringend eine Freundin, und wenn es nur eine einzige ist ...

Antje weiß, was sie will - aber vor allem weiß sie, was sie nicht will. Sie redet viel und schnell, kreuz und quer, stellt sich bockig an und provoziert nach eigener Aussage gerne. Wenn sich hier die Provokation auch nicht auf ihr Dinner allein beschränkt.

Ja, ist das überhaupt ein Dinner, gekocht von einer Hobby-Köchin? Oder eine Werbeaktion für Scheren und Mini-Messerchen? Zumindest wirbt sie, vielleicht auch unbewusst,

dass, wenn man Kälbchen schon zubereitet, doch bitte alles vom Tierchen verwenden soll: Daher gibt es heute Innereien. Oder fallen die doch in die böse Rubrik, Seehund essen zu wollen ...?

Selbst Antje wird wissen, dass sie mit Innereien nur gewinnen könnte,

wenn sie kochen könnte. Das kann sie leider nicht.

Antjes Tonlage ist herrisch und duldet keinen Widerspruch, aber auch Richterinnen sind

milieugeschädigt,

denn sanfte Zuckerschnütchen stehen nicht oft vor Gericht und schreien nach Aburteilung.

Doch auch Katia als Kunst-Lehrerin mit Dr.-Titel (darf ich nicht vergessen) ist ihrerseits milieugeschädigt,

sonst würde sie erwachsenen Leuten keine Knetmasse vorsetzen ... ob die das wollen oder nicht.

Und irgendwo tief hinter der lauten Fassade von Antje

entdecke ich eine bescheidene Bodenständigkeit, die zwar nicht augenscheinlich, aber vorhanden ist.

Sie mag es nicht, wenn Leute sich anbiedern, und sie würde sich wünschen, dass andere ihre tollen Berufe nicht derart in den Vordergrund stellen ...

obwohl sie ja selber einen angesehenen Beruf hatte. Am Montag hatte sie noch gesagt, sie hätte im öffentlichen Dienst gearbeitet, ganz allgemein, aber dann kamen die anderen Berufsangaben ...

Zweiundzwanzig Punkte ist ihr Dinner den anderen wert, wobei nur vier von Claudia zugesteuert werden, während die drei anderen jeweils sechs Zählerchen vergeben.

Das wird schon ein einigermaßen gerechtes Urteil sein, denke ich.

Es ist Donnerstag, und noch immer mag ich Dirk, der am Montag gekocht hat. Nichts anfangen kann ich mit Katia und Claudia, die als Letzte kochen wird. Denke ich an Marcus, sehe ich, wie sich Selbst- und Fremdeinschätzung voneinander unterscheiden,

während mir Antje irgendwie gefällt. Auch, wenn sie anstrengend ist, nervig und polarisierend, obwohl sie mit einigen Aussagen durchaus den Kern trifft (meiner Meinung nach).

Wie gesagt, mindestens eine Freundin braucht Antje ... Hier ist sie.


Guten Morgen, Gruß Silvia

Donnerstag, 22. Juni 2017

21. Juni 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Garbsen bei Hannover bei Katia



Vorspeise: Möhren-, Avocado-und Rote-Bete-Mousse, dazu Auberginenröllchen mit Walnüssen auf Salat mit Wasabi-Bällchen
Hauptspeise: Lammlachse in Pflaumensoße auf buntem Gemüse
Nachspeise: Geschichtetes Erdbeer-Pannacotta mit Granatapfel- und Kiwi-Gelee, dazu Teig-Locken in Karamell und frisches Obst


Ein Fernseh-Publikum als Schulklasse

Denn mir kommt Dr.-ingend der Verdacht, dass sie genau so und voller Power und einer übervollen Erklärwut

vor ihren Schulklassen steht

wie hier vor einer Kamera.

Mit Humor und Lachen führt die gebürtige Moskauerin durch die Sendung, und es könnte alles wunderbar laufen,

wenn es nicht immer jemanden gäbe, dem

entweder ihr Dr.-Titel oder sogar die ganze Frau missfällt:

Hier ist es Antje, vormals Strafrichterin und nun im Ruhestand

nach einem neuen Betätigungsfeld suchend:

Nein, meint Antje, das war kein perfektes Dinner - nicht einmal annähernd! - ist ihr Urteil am Ende gnadenlos, und dem folgen fünf mickrige Punkte,

denn was in einem Strafprozess für einen schuldigen Angeklagten so viele Jahre wie möglich bedeuten

heißt hier, für unschuldige Augenaufschläge und volle Konzentration auf die Gäste

so wenig Punkte wie gerade noch vertretbar zu geben.

Insgesamt bekommt Katia einunddreissig Zähler,

und sie muss sich nicht weiter grämen:

Denn gerade am heutigen Tag ist es absolut "in", von einer Richterin mal so richtig zur Brust und auseinander genommen zu werden:

Eine Londoner, noch nicht pensionierte Kollegin von Antje, hat Boris Becker in die Insolvenz geschickt.

Natürlich kann ich nicht nachprüfen, ob Antjes Kritikpunkte der faden Geschmackserlebnisse wirklich stimmen ...

denn mit Beanstandungen sparen auch die anderen Teilnehmer zum Teil nicht, obwohl ihre Bewertungen ziemlich gut ausfallen.

Und überhaupt stecke ich nicht drin ... in einer Richterin,

die als nächste kochen muss:

Hoffentlich heißt es für sie dann nicht:

Gehen Sie nicht über Los, ziehen Sie keine 4.000 Euro ein, gehen Sie gleich ins Gefängnis! In jenes der öffentlichen Meinung.

Die kindische Aktion mit den Knetmassen erspare ich mir, weitreichend zu kommentieren - da ist mir jede laienhafte Gesangseinlage sogar lieber.




Guten Morgen, Gruß Silvia

Mittwoch, 21. Juni 2017

20. Juni 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Hannover bei Marcus



Vorspeise: Gefüllte Blätterteigtaschen mit Frischkäse und Kresbsfleisch auf einem Rucola-Nest
Hauptspeise: Omas Gulasch mit selbstgemachtem Knödel
Nachtisch: Bananenkuchen auf Zwetschgenmus


Keine Kunst und viel Krempel

Dort, wo in Marcus Zuhause ein bisschen freie Fläche zum Durchatmen sein könnte, befinden sich allerlei Sammelobjekte der Begierde. Muss man nicht verstehen, kann man aber problemlos hinnehmen. Ein vollgestopftes Schlafzimmer lädt allerdings nicht zu einem ausgewogenen Schlaf ein:

Dort lagern Stoffe, fertige Kleidungsstücke, Schneiderpuppen und noch mehr Dinge, die ich in der gnädigen, beinahe ohne Scheinwerferlicht gezeigten Szene nicht genau identifizieren kann.

Marcus ist beruflich als Hausmeister unterwegs - und hobbymässig als Schneider und Designer des modischen Selbstgeschnibbelten. Heute trägt er darum einen Kilt. Ganz ohne Dudelsack.

Obwohl Marcus lt. eigener Aussage kochtechnisch alle Leute überholt hat, die er kennt und sich auf einer Skala von 1 bis 10 definitiv bei 9,5 einordnet,

schnibbelt er für sein Gulasch überhaupt nichts selber (na ja, vielleicht die Zwiebeln), denn er kippt Paprika aus einem Glas hinzu und die frischen Pilze vom Markt bleiben seiner Küche ebenfalls fern, denn solange es die in Dosen gibt, muss man sie auch daraus befreien.

Dann wird angerichtet, und man darf getrost von dem Anrichten eines Unfugs reden, wenn man seinen Hauptgangteller sieht.

Wenn es so weiter geht beim Dinner, dann kann ich bald nicht mehr damit prahlen, überhaupt nicht kochen zu können ...

auch wenn ich von einer 9,5 so weit entfernt bin

wie Marcus.

Der Nachtisch lässt mich schaudern, denn leckerer als ein Bananenkuchen ist für mich, dessertbefreit das Dinner zu beenden.

Lustig sind die Seifenblasen - in den Händen von Kleinkindern. Marcus hält es hier für nötig, unlustig zu sein und sie an Erwachsene zu verteilen,

von denen zwei sogar einen Doktortitel erworben haben.

Das jedoch interessiert Marcus so wenig, dass er eine Flunsch zieht als die Reden darauf kommen.

Als ehrliche Haut entpuppt sich die "ich-möchte-gerne-Seehund-essen"-Antje - Dr.-Titel findet sie gut, aber die Themen der Dissertationen durchzuackern, langweilen sie.

Auf die eine oder andere Art trägt Antje somit dazu bei, das Publikum eben nicht zu langweilen, sondern diese oder jene Partei zu ergreifen.

Marcus würde sich für sein von ihm selbst als perfektes Dinner betiteltes Essen glatte 10 Punkte geben,

doch in der bitteren Wirklichkeit

kommen am Ende nur sechsundzwanzig Zählerchen zusammen.

Fernab der Realität lebt es sich wie in einer Seifenblase ...


Guten Morgen, Gruß Silvia






Dienstag, 20. Juni 2017

20. Juni 2017 - Moral ist kein Dauer-und-für-alles-Abo


 Moral ist kein Dauer-und-für-alles-Abo

Im allgemeinen vertreten die meisten Menschen ihre moralischen Grundprinzipien und bewegen sich in den eng oder auch mal weiter gesteckten Grenzen, die ihnen ihre in der Kindheit schon erlernten Wertvorstellungen fürs weitere Leben diktieren.

Ethik ist der Moral in etwa gleichzusetzen, und wenn man sich zum Beispiel an die 10 Gebote der christlichen Kirche hält,

hat man, auch ohne gläubig zu sein, einen guten Anhaltspunkt für jede Art der Moral.

Doch bereits beim 1. Gebot muss man die Zeit bedenken, in der man lebt - und sich nicht an

"Ich bin der Gott, dein Gott,
du sollst keine anderen Götter neben mir haben"

bedingungslos halten, falls man überhaupt noch einem Gott folgt. Im übertragenen Sinne auf die heutige Zeit könnte es auch bedeuten, dass man sich selber treu bleibt.

Dieses sich-selber treu bleiben entspricht einem hohen moralischen Wert, den man sich selbst gegenüber ansetzt,

aber der nicht unbedingt auf andere übertragbar ist.

Wer nur die eigenen Wertvorstellungen gelten lässt, der hat vielleicht bereits als Kind zu oft die Worte:

"Das macht man nicht!" "Das sagt man nicht!" und ähnliche gehört

und dermaßen verinnerlicht, dass er nun selber dazu ansetzt,

anderen zu erzählen, was sie sagen dürfen und was nicht.

In der Moral geht es auch darum, andere Meinungen anzunehmen, ohne sie auseinander zu nehmen.

 Man kann sich gegenseitig kritisieren,

aber wie oft sind die Worte der Kritik

noch schlimmer als die Tat oder Aussage, gegen die sich diese Kritik richtet?

So gelangen wir in den Strudel sich ständig überschlagender Kritik an allem und jedem, was uns selber nicht gefällt,

und plappern Allgemeinplätze nach, die noch keinem auf den richtigen Zug geholfen haben.

Moral ist auch eine Zuflucht, denn das vierte Gebot

"Du sollst Vater und Mutter ehren"

ist für die meisten eine Selbstverständlichkeit,

während man diese Ehrung nicht von jenen Kindern erwarten kann, die in ihrem Leben nur schlechte Erfahrungen mit ihren Eltern gemacht haben.

Letztendlich versagt der eine oder andere mal in der landläufig als hoch motiviert angesehenen Moral, ohne diese verloren zu haben -

sondern einfach,

weil auch die Wahrheit zum falschen Zeitpunkt ziemlich moralisch sein kann.

Einfach mal die Moralkeule steckenlassen - und Fünfe gerade sein lassen.


Guten Tag, Gruß Silvia





19. Juni 2017 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Hannover bei Dirk



Vorspeise: Erbsensuppe mit Steinhuder Meeraal
Hauptspeise: Kalbsmedaillons mit Steinpilzfüllung im Kräutermantel an Petersiliennudeln
Nachspeise: Erdbeeren mit Balsamico und Kubeben-Pfeffer an Eis



Verhör zwischen Erbsensuppe und Eis

Der Polizeibeamte Dirk hat einen eineiigen Zwillingsbruder, und falls es ihm irgendwann wider seiner Erwartungen über diese "tolle Runde",

die er auf seine Menschenkenntnis, erlangt im Beruf, zurückführt,

zu anstrengend wird, kann er diesen stellvertretend für ihn zu einem der nächsten Dinner schicken.

Dirk ist ein kluger Kopf, aber ob die Menschenkenntnis im allgemeinen jemals ausreicht, den ersten Eindruck

als gültig zu bewerten, bleibt dahingestellt und wird leicht angezweifelt.

Zudem  ist die Sicht auf Menschen durch grelle Scheinwerfer eines Fernseh-Senders schwieriger als auf die Leute,

die in seinem Polizeirevier vorsprechen oder gar vorgeführt werden.

Vorführen könnte in dieser Woche den einen oder anderen die ehemalige und jetzt pensionierte Haftrichterin Antje.

Hochtrabend und Tierfreunde vor den Kopf stoßend gelüstet es sie in dieser Woche nach Bärenschinken oder Fleisch vom Seehund.

Nebenbei hat Marcus kein Problem, echte Pelze zu tragen. Wobei es gar nicht so sehr um seinen Knackpunkt geht,

sondern darum, dass die Tiere und ihre Freunde (wie ich) ihre Schwierigkeiten mit solch einer Aussage haben.

Es verlangt Antje ebenfalls danach, alles über den Gastgeber Dirk zu erfahren, was dieser nicht besser und vorsichtshalber für sich behalten möchte.

Nur so ergibt sich für sie ein Bild, an dessen Ende ein härteres oder milderes Urteil steht: Hier gibt sie milde acht Punkte,

und insgesamt sammeln sich einunddreissig an.

Der nächste, der kochen wird, ist Marcus - und er wird so frei sein und sich am Ende selber zehn Punkte für seinen Auftritt geben.

Hoffentlich haben die anderen mit dieser Großzügigkeit kein Problem.


Guten Morgen, Gruß Silvia